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Hinrichtung

aus DER SPIEGEL 5/1969

Unter antikommunistischen Prager Bürgern wird das Gerücht verbreitet, Parteichef Dubcek sei während seiner Sowjet-Haft im August unbemerkt radioaktiv bestrahlt worden. Tatsächlich begab sich Dubcek -- an dessen Gesicht angeblich Strahlungsschäden sichtbar waren -- unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Moskau in ein Prager Krankenhaus. Dort soll nach Prager Hörensagen eine Leukämie festgestellt worden sein. Das CSU-Blatt »Bayernkurier« will dazu sogar aus »führenden intellektuellen Kreisen« Prags vernommen haben, »bei Dubcek sei eine so hohe Dosis Strontium festgestellt worden, daß er höchstens noch zwei Jahre zu leben habe«. Das Gerücht ("Bayernkurier« »Hinrichtung mit Zeitzündung") erschien den »Salzburger Nachrichten« so absurd, daß sie bemerkten: »Die Pressefreiheit gibt dem 'Bayernkurier' durchaus das Recht, Antikommunismus auch in primitivste Form zu kleiden.«

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