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ZEITGESCHICHTE Hitlers Mephisto

»Wollt ihr den totalen Krieg?« In dieser Frage des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels, auf die fanatischer Jubel folgte, gipfelte vor 60 Jahren die berühmteste Rede des Dritten Reichs. Das schwarze Meisterstück der Volksverhetzung war gründlich vorbereitet, wie sich Zeitzeugen erinnern.
aus DER SPIEGEL 8/2003

Um halb fünf war der riesige Saal voll, die zahlreichen Filmkameras standen auf ihren Positionen. Eine halbe Stunde später schritt Joseph Goebbels ans Rednerpult und wandte sich mit energischer Stimme an die rund 10 000 »deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen« in den Sitzreihen des Berliner Sportpalasts, an »viele Millionen Menschen« vor ihren Radios und »an die Weltöffentlichkeit«.

Für diesen 18. Februar 1943 hatte sich der Propagandaminister des NS-Regimes vorgenommen, »ein Meisterstück« abzuliefern, und das ist ihm gelungen. Es wurde die berühmteste Rede ihrer Zeit, übertroffen durch keine Kundgebung Adolf Hitlers oder eines sonstigen Nazi-Anführers.

Gruseliger und abstoßender kann Politik kaum sein als während jener knapp zwei Stunden vor 60 Jahren, in denen Goebbels die Niederlage von Stalingrad in »ein Heldenopfer« umdeutet und die Deutschen auf neue Taten einschwört. »Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können? ... Seid ihr damit einverstanden, dass, wer sich am Krieg vergeht, den Kopf verliert?«

Auf jede dieser herausgebrüllten Fragen antwortet das Publikum mit stürmischem Beifall, Jubelschreien, Trampeln und Sprechchören. Es sind diese Szenen einer fanatischen Masse, befremdliche Bilder von Menschen, die sich in hysterischem Entzücken von ihren Plätzen erheben, die der Sportpalast-Kundgebung ihren bleibenden Rang unter den Monstrositäten der Geschichte verschaffen. »Diese Stunde der Idiotie«, mokierte sich, nach Erinnerung seiner Begleiter, der Hetzer anschließend selbst. »Wenn ich den Leuten gesagt hätte, springt aus dem dritten Stock des Columbushauses, sie hätten es auch getan.«

Die Absichten des Propagandaministers waren durchaus vielfältig. Der Schock nach dem Desaster von Stalingrad, der tiefer ging, als Goebbels zunächst geglaubt hatte, sollte überwunden werden. Zugleich wollte er das gesamte zivile Leben in den Dienst des Krieges stellen, womit er nicht nur mehr Arbeit, sondern auch weniger Luxus meinte. Goebbels polemisierte gegen Modesalons und »Menschen, die bis tief in die Nacht in Amüsierlokalen herumsitzen«; in Berlin, wo er als NSDAP-Gauleiter besondere Vollmachten hatte, untersagte er das Reiten auf öffentlichen Straßen und Plätzen - für die Verkündung dieses Verbots im Sportpalast heimste er heftigen Applaus ein.

Hitler hielt zu Beginn des Jahres 1943 ebenfalls die schärfere Linie an der »Heimatfront« für richtig, die Goebbels schon früher gefordert hatte. Dennoch wies er seinem Propagandaminister nun nicht die exekutive Sonderrolle zu, die sich dieser wünschte (erst nach dem Attentat am 20. Juli 1944 verlieh ihm der Diktator einen ziemlich bedeutungslosen Titel als »Reichsbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz"). Andere, vor allem Parteikanzleichef Martin Bormann, wurden Goebbels zunächst vorgezogen.

An jenem Donnerstagnachmittag im Sportpalast schlüpfte der schmale, dunkelhaarige, leicht hinkende Rheinländer in eine Rolle, wie nur er sie verkörpern konnte: Hitlers Mephisto. Die Menschen im Saal waren für ihn ein großes Instrument, dem er mit seiner teuflischen Rednerkunst beinah nach Belieben die gewünschten Töne entlockte. Der Führer sollte sehen, dass es niemand so verstand wie Goebbels, sich eine Masse gefügig zu machen. Dadurch wollte der Propagandist seinen damals schon entrückten Kriegsherrn drängen, ihm und nicht den anderen Einflüsterern Gehör zu schenken.

Um die Akkorde des Jubels im Saal noch wuchtiger erscheinen zu lassen, stilisierte Goebbels die Kundgebung zu einem Plebiszit. »Ich habe nun heute zu dieser Versammlung einen Ausschnitt des ganzen deutschen Volkes im besten Sinne des Wortes eingeladen«, behauptete er - und nannte als Erste »Verwundete von der Ostfront, Bein- und Armamputierte«. Planvoll hatte die Parteiorganisation regimetreue Vertreter sämtlicher Berufsgruppen herangeschafft, Arbeiter und Ärzte, Krankenschwestern und Schauspieler (darunter den berühmten Charakterdarsteller Heinrich George). Jeder Jubelschrei sollte durchs Land und in die Welt gehen, als wäre er ein gemeinsamer Kampfruf aller Deutschen.

EINE SEKRETÄRIN

In jener Zeit, als deutsche Politiker Massenmörder waren, war Brunhilde Pomsel »völlig unpolitisch«. Die 92-Jährige, die heute in München lebt, sagt das als nüchterne Beschreibung, aber sie wiederholt es so oft, dass es irgendwann doch wie eine Entschuldigung klingt.

Einer aus der Mörderbande war ihr Chef, und es ist nicht so, dass sie persönlich etwas Schlechtes über ihn zu erzählen hätte. Seit Anfang 1942 arbeitete sie im »Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda« als eine der bis zu sechs Vorzimmerdamen von Goebbels und dessen Staatssekretär.

Gelernt hatte die Berlinerin bei einem jüdischen Rechtsanwalt, der 1933 emigrierte. Im Sommer des Jahres bot ihr ein Nazi aus dem Bekanntenkreis eine feste Stelle beim Rundfunk an - in der Partei sei sie doch? Nein, aber das ließ sich ja ändern: »Ich bin da hingegangen und bin in die Partei eingetreten, warum nicht?« Schließlich habe der Sender »ein dolles Gehalt« gezahlt, 250 Mark, das hat sie noch gut im Kopf.

In der »Aktuellen Abteilung« erwarb sie sich einen Ruf als schnelle, zuverlässige Stenografin, und 1942 hieß es, eine wie sie werde im Propagandaministerium gebraucht. Dass sie dort noch besser verdienen würde, überzeugte sie, und außerdem war an ihrem neuen Arbeitsplatz »alles sehr schick«. Der Minister residierte im Hochparterre eines Schlösschens am Wilhelmplatz, »wir saßen darüber in einer herrlichen Bibliothek«.

Die Arbeit in dieser wichtigen Schaltstelle des Regimes fand sie allerdings »ziemlich langweilig«, kaum Diktate, ein paar Telefongespräche, manchmal eine Reiseplanung für den Chef, zum Beispiel zu den Filmfestspielen nach Venedig oder ins Führerhauptquartier. Um Goebbels herum war immer ein persönlicher Stenograf, der »alles, was an Kostbarem aus ihm heraussprudelte, festhielt«, sowie ein Stab von Adjutanten.

Zu einem Panzerschrank hatte sie zwar Zugang, aber nie habe sie es gewagt, in die dort lagernden Akten zu schauen. »Ich hatte einfach noch diese ideale Vorstellung, wenn ein Chef mir vertraut, dann soll er nicht enttäuscht werden.« Erst in den letzten Monaten des Regimes sei sie immer wieder an den »Geheim« gestempelten Presseberichten aus dem Ausland hängen geblieben, die über ihren Schreibtisch liefen: »Das waren Informationen, die einem klar machten, alles würde furchtbar enden.«

Dass Goebbels nach Stalingrad eine bedeutende Rede plante, bekam sie mit. Am 18. Februar sei an sie und eine junge Kollegin der »dienstliche Befehl« ergangen: Ab in den Sportpalast! Warum gerade sie? Brunhilde Pomsel stockt. Das Gedächtnis lässt nach. Oder sucht sie nach einer passenden Erklärung? Vielleicht, sagt sie, wurde sie ausgesucht, weil sie die dienstjüngste Dame im Vorzimmer war.

Ein Wagen des Ministeriums brachte die beiden Schreibkräfte zum Ort der Kundgebung, auf dem ersten Rang waren Plätze reserviert. Magda Goebbels, die Ehefrau, saß direkt hinter ihnen.

Was dann passierte, hat Brunhilde Pomsel, die »Unpolitische«, die Mitläuferin, die kleine Parteigenossin, in den vergangenen 60 Jahren zumindest so beschäftigt und beschämt, dass sie ihre Erinnerungen nur noch stark geschminkt preisgeben mag:

»Auf diese Frage: Wollt ihr den totalen Krieg? Da war einfach das Entsetzen, dass eine Masse das will. Aber ich kann heute nicht sagen, das waren damals meine Gedanken. Vielleicht waren wir gar nicht mal so entsetzt, weil wir es schon immer gewöhnt waren, dass so geschrien wurde.«

Wäre eine Filmaufnahme erhalten, auf der die beiden Vorzimmerdamen aus dem Goebbels-Ministerium zu sehen sind, sie würde wahrscheinlich zwei junge Frauen zeigen, die immer wieder aufspringen, den Arm zum Hitlergruß recken und begeistert applaudieren. »Es griff einfach über, da konnte keiner sagen, ich jubele nicht mit.«

Brunhilde Pomsel schweigt, es ist ihr peinlich, Teil dieser Masse gewesen zu sein. Dann sagt sie, was schon so viele gesagt haben, die den Wahnsinn und die Verbrechen ermöglicht haben: »Ich war ganz nah dabei, aber hatte von nüscht 'ne Ahnung.«

Gebüßt hat sie fünf Jahre lang, in verschiedenen sowjetischen Lagern. Durch einen alten Bekannten vom Berliner Rundfunk erhielt sie gleich nach ihrer Freilassung 1950 den Tipp, sich in Baden-Baden beim neu gegründeten Südwestfunk zu melden. 1971 wurde sie pensioniert, zuletzt hatte sie als Sekretärin des ARD-Koordinators in München gearbeitet.

EIN PROFESSOR

Der junge Leutnant der Wehrmacht hatte Glück. 1942/43 war Iring Fetscher in Belgien und in den Niederlanden stationiert, wo er einer britisch-amerikanischen Invasion entgegentreten sollte. Da die Eroberer noch auf sich warten ließen, blieb dem 21-Jährigen, der aus einer bildungsbürgerlichen Familie stammte, genug Zeit, um seinen Neigungen zu frönen. So erwarb er in einem Amsterdamer Antiquariat eine französische Kurzausgabe des »Kapital« von Karl Marx.

Am 14. Februar 1943 versuchte Fetscher, den holländischen Kulturphilosophen Jan Huizinga, Autor des bis heute bekannten Titels »Homo ludens«, daheim in Leiden zu besuchen. Doch Huizinga war von den Nazis festgenommen worden. Seinem Tagebuch vertraute der entsetzte Soldat diese »neue, furchtbare Erkenntnis deutschen Barbarentums« an.

Fünf Tage später notiert Fetscher folgende Zeilen: »Gestern Goebbels-Rede. Glänzende Volksrede eines einzigartigen gesteigerten Volksrausches. Zehn Fragen an das deutsche Volk in biblischer Feierlichkeit, dies mutet alles wie ein ganz großes, gewaltiges Schauspiel an, dessen Tiefe, Tragik und Bedeutung wohl kaum einer der Anwesenden verstehen mag ... ,Und nun, Volk steh auf und Sturm brich los.'«

Von 1963 bis 1988 hatte Fetscher einen Lehrstuhl für Politikwissenschaft in Frankfurt, bis heute lebt er am Main und gilt als bedeutender Vertreter seines Fachs. Als er nach der Emeritierung seine Lebenserinnerungen niederschrieb, stieß er auf jene Tagebucheinträge, die kaum von derselben Person zu stammen scheinen. Seine Begeisterung über die Sportpalast-Kundgebung ließ ihm »keine Ruhe«.

In einem weiteren Buch arbeitete sich der Politologe an der Rede, ihrer Vorgeschichte und ihren Folgen ab. Es umfasst mehr als 270 Seiten, bleibt aber merkwürdig unpersönlich. Die frappierenden Bemerkungen des jungen Leutnants handelt er auf wenigen Zeilen ab und fügt knapp hinzu:

»Goebbels muss mich beeindruckt haben. Es fällt mir heute schwer, mein damaliges Gefühl nachzuempfinden. Vielleicht war es die vom Redner zur Schau gestellte ,Aufrichtigkeit', die so stark von den beschönigenden Formulierungen vieler Berichte des OKW (Oberkommando der Wehrmacht -Red.) abstach, vielleicht aber auch die Faszination der Sprache selbst.«

Fetschers Buch beschäftigt sich zum größten Teil mit den Reaktionen auf die Kundgebung in der deutschen und internationalen Presse. Das hätte Goebbels gefallen, denn wie der Wissenschaftler selbst schreibt: »Für nichts hat sich der Propagandaminister mehr interessiert als für das Echo auf seine Reden und Zeitungsartikel.«

Das Echo auf diese Studie war ziemlich mau, was Fetscher noch heute wurmt. Er ist ein liebenswürdiger alter Herr und überlegt gern, ob es noch etwas gibt, das sich zu erzählen lohnt.

Eine Anekdote fällt ihm ein: Der 1998 verstorbene große Schauspieler Bernhard Minetti habe ihn nach Erscheinen des Buchs angerufen und berichtet, er sei damals auch im Sportpalast gewesen, und Gustaf Gründgens sei ebenfalls eingeladen worden, doch der habe just für diesen Nachmittag eine Theaterprobe angesetzt. Und Minetti habe noch gesagt, er habe natürlich nicht mit der rasenden Masse mitgebrüllt, nicht so wie der George. Seine Frau, die auch dabei gewesen sei, könne das bezeugen. Nur war die Frau leider schon tot, als Minetti anrief, erzählt Fetscher und lacht hintersinnig.

Dann denkt der Professor nach und sagt, er sei nicht ganz sicher, ob er wirklich am Radio »diese schrecklichen Dinge« gehört hat, die Goebbels im Lauf der Rede zum Beispiel gegen die Juden losließ ("radikalste Ausrott-, -schaltung des Judentums"). Möglicherweise habe er nur die letzten 20 Minuten mitbekommen.

Möglicherweise.

EIN FILMBERICHTER

Nach kurzem Blättern in dem alten, dunkelbraunen Taschenkalender hat Götz Hirt-Reger, der in der Nähe von Wien wohnt, die Stelle gefunden. Seine Eintragungen in Sütterlinschrift sind noch gut entzifferbar, unter dem Datum des 18. Februar 1943 findet sich die Notiz: »Wochenschaueinsatz - Goebbels-Rede - Sportpalast Berlin.«

Der gebürtige Leipziger war damals 22 Jahre alt und absolvierte in der Reichshauptstadt einen Lehrgang als »Filmberichter« der Wehrmacht. Vormittags brachten ihm erfahrene Kriegskorrespondenten zum Beispiel bei, dass man Soldaten nie direkt von vorn aufnehmen dürfe, weil solche Bilder gestellt wirken würden. Für einige Nachmittage war er einem Kameramann im Range eines Leutnants als Assistent zugeteilt. Der Goebbels-Auftritt sollte seine erste Praxiserfahrung werden.

Schon drei Tage zuvor begann die Einweisung. Zahlreiche Kameraleute und Assistenten mussten sich im leeren Sportpalast einfinden, ein Abgesandter des Propagandaministeriums machte sie dort mit allen Einzelheiten der Rede vertraut. Die Filmer sollten genau wissen, mit welchen Worten und wie lange der Minister gegen Bolschewisten und Juden hetzen würde, was er den Deutschen abverlangen wollte, auf welche Höhepunkte es ihm ankam und wann sie damit rechnen mussten, dass die Zuschauer von ihren Plätzen aufsprangen.

»Das wurde uns tagelang eingetrichtert, denn wenn der Jubel ausbrach, sollte man rechtzeitig den Auslöser drücken«, erklärt Hirt-Reger. Mit den damaligen Kameras war es unmöglich, dauernd draufzuhalten. »Auf der Arriflex liefen Filmkassetten, die für fünf bis sechs Minuten reichten. Ein Kassettenwechsel dauerte vielleicht 20 Sekunden.« Dass dabei nichts schief ging, war vor allem Sache des Assistenten. Insgesamt seien »mindestens zehn Kameras« in der Halle postiert worden, wesentlich mehr als sonst bei solchen Veranstaltungen.

An die Rede selbst hat Hirt-Reger, der nach 1945 einen Schulbuchverlag aus dem Besitz seines Vaters übernahm, eher kühle Erinnerungen. »Man wusste ja schon vorher, was der Inhalt war, also war das gar nicht mehr so schlimm.« Mit dem »totalen Krieg« habe damals niemand die völlige Zerstörung zahlreicher Städte und den Tod vieler Millionen Menschen verbunden. »Sondern wir dachten, und so war es ja auch gemeint, dass praktisch ohne Unterlass gearbeitet werden muss, um Waffen für die Front herzustellen.«

Der junge Filmberichter hätte wohl mitgeklatscht, wenn er das auf seinem Posten, vorne rechts vor der Rednertribüne, gekonnt hätte. »Wir haben Goebbels eigentlich immer ganz großartig gefunden, in seiner Konsequenz, in seinen Ausdrücken und im Aufbau seiner Reden.«

EIN SCHAUSPIELER

Schwedt, Bielefeld, Berlin, Leipzig, Innsbruck. Serdar Somuncu ist auf Tournee mit der Sportpalast-Rede. Der 34-jährige Deutschtürke brüllt, bellt, schnattert und schluchzt, er persifliert die theatralische Gestik des Propagandaministers und bringt das Publikum ebenso sicher zum Lachen, wie Goebbels es zum Jubeln brachte. »Nazis ohne Macht, das ist Komödie«, sagt der Schauspieler und Regisseur, der zuvor mehrere Jahre lang mit bemerkenswertem Erfolg Hitlers »Mein Kampf« auf die Bühne geholt hatte.

Somuncu schafft es auch mit Goebbels, auf bizarre Art zu unterhalten, aber er will mehr. Er will beweisen, dass die Zuschauer im Sportpalast »nicht ausgeflippt sind, weil die Rhetorik tatsächlich so genial war, sondern weil sie sich überzeugen lassen wollten«. Auf manchen Sätzen kaut er deshalb lange herum und spuckt sie Wort für Wort aus, andere trägt er vor wie ein Karnevalist seine Büttenrede.

Die Frage, die alle schon vorher kennen, kommt schließlich im Originalton aus dem Lautsprecher. Wenn der Sportpalast tobt, wird es immer ganz still im Saal. Dann geht das Licht an. DIETMAR PIEPER

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