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USA Hoffnung für Schwarze

aus DER SPIEGEL 48/1996

Zum erstenmal nach einer Dekade steigenden Drogenkonsums, wachsender Gewalt und zunehmenden Verfalls der Familien bessern sich die Lebensbedingungen von 33,5 Millionen Amerikanern afrikanischer Abstammung. Die Geburtenrate bei Teenagern sinkt, auch die Zahl der Armen und der Mordopfer nimmt ab. Dagegen steigt das Durchschnittseinkommen schwarzer Familien ebenso wie die Lebenserwartung schwarzer Männer. Die überraschenden Daten des Statistischen Bundesamtes in Washington haben umgehend einen Streit ausgelöst. Während einige Ökonomen argumentieren, das anhaltende Wirtschaftswachstum in den USA habe auch die schwarze Bevölkerung, 13 Prozent der Amerikaner, erreicht, weigern sich andere, aus den günstigeren Zahlen bereits eine Trendwende abzuleiten. So tauchen in den Statistiken jene 800 000 Männer nicht auf, die zur Zeit in US-Gefängnissen einsitzen, meint Havard-Ökonom Richard Freeman. Damit stelle sich die Einkommenssituation besser dar als in der Realität. Daß sich schwarze Männer gleichwohl heute besser auf dem Arbeitsmarkt behaupten können, beweisen auch die Rekrutierungszahlen des Pentagon. Die Zahl der Schwarzen, die sich für die Streitkräfte entscheiden, früher ein beliebter Ausweg aus dem Ghetto, sank seit 1990 auf die Hälfte.

[Grafiktext]

Schwarze: Mordopfer, Einkommen, Lebenserwartung, Teenage-Mütter

[GrafiktextEnde]

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