Zur Ausgabe
Artikel 8 / 135
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

RUSSLANDHILFE Hohe Ansprüche

aus DER SPIEGEL 7/1999

Erste Lastwagen mit Rindfleisch aus den Lagern der EU hatten in der ersten Februarwoche gerade die russische Grenze überquert, da wurde die 800 Millionen Mark teure Hilfsaktion abrupt gekippt. Der österreichische EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler entschied, die Transporte von Fleisch, Getreide und Milchpulver für die darbenden Russen einen Monat lang auszusetzen: Er ist irritiert über die hohen Ansprüche der Empfänger. Russische Kontrolleure hatten die Qualität des Rindfleischs beanstandet, das aus Interventionsbeständen der Europäischen Union stammt und das nach Fischlers Urteil auch hohen Ansprüchen genügt. Verärgert ist der Kommissar auch, weil die Russen entgegen den Absprachen pro Lastzug 500 Dollar Transitgebühren kassieren wollen. Sie beharren auch darauf, die Güter nur säuberlich nach Kategorien geordnet und in verschiedenfarbigen Containern verpackt zu übernehmen. Rindfleisch aus einigen Regionen Irlands, in denen es BSE-Fälle gab, lassen sie überhaupt nicht ins Land, obwohl die Ware nach EU-Kriterien einwandfrei ist.

Zur Ausgabe
Artikel 8 / 135
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.