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Briefe

Hokuspokus
aus DER SPIEGEL 15/1972

Hokuspokus

(Nr. 12/1972, Zauberei)

Es steht zwar im Duden. daß aus dem pseudolateinischen »Hax, pax, max, deus adimax« später »Hokuspokus« wurde, wenn man jedoch die Bedeutung und die soziale Stellung der Priester und »Magier« im 16. und 17. Jahrhundert berücksichtigt, erscheint es eher glaubhaft, daß sich die Profanformel daher entwickelt hat.

Düsseldorf Dr. JÜRGEN BRUGGEY

Das Wort »Hokuspokus« stammt nicht von den mittelalterlichen Gauklern! Im katholischen Gottesdienst spricht der Priester bei der Transsubstantiation, d. h. bei der Verwandlung von Hostie und Wein in Leib und Blut Christi, die Worte: »Hoc est corpus meum« (Das ist mein Leib). Das sogenannte einfache Volk -- des Lateinischen nicht mächtig -- verwandte im Laufe der Zeit diese Worte in verballhornter Form auf alle Vorgänge, die ihm nicht so ganz geheuer erschienen: Hokuspokus.

Köln P. NICKEL

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