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Hummerzucht in des Kaisers Flotte

aus DER SPIEGEL 37/1987

Aus der dramatischen Selbstversenkung der unbesiegten Kaiserlichen Flotte in Scapa Flow 1919 ziehen britische Fischer einen späten Gewinn. 68 Jahre nach dem maritimen Harakiri sind die sieben noch auf dem Meeresgrund liegenden Schlachtschiffe und Kleinen Kreuzer aus Kaiser Wilhelms Zeiten zu einem der ertragreichsten Hummerfanggebiete der Welt geworden. Die britische Fischindustrie-Behörde setzte 10000 Babyhummer, die auf eine Größe von etwa drei Zentimetern herangezüchtet waren, in den Wracks aus. Taucher der Behörde, die das Aufwachsen der mit winzigen Kennmarken gezeichneten Hummer beobachten, berichteten inzwischen, daß die muschelbesetzten Geschütztürme und Deckaufbauten etwa der Schlachtschiffe »Kronprinz«, »König« und »Markgraf« den Krustentieren ideale Verstecke und damit prächtige Entwicklungsbedingungen bieten. Erst in einigen Jahren sind die bisher ausgesetzten Lobster von Scapa Flow groß genug für Europas Sudtöpfe.

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