Hunger in Chile
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DER SPIEGEL 23/1976
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Eine Million Kinder sind derzeit in Chile vom Hungertod bedroht. Nach zweieinhalb Jahren unter dem Regime des Generals Augusto Pinochet stieg die Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen auf 63 je tausend (Bundesrepublik: 21,1). Bis zu zwei Millionen chilenischer Kinder leiden an Gehirnschäden infolge Unterernährung. Gleichzeitig drosselt der Diktator die staatlichen Sozialleistungen. Der Etat für Gesundheit, Erziehung, Wohlfahrt und Wohnungsbau zum Beispiel, der noch 1972 unter Allende 37 Prozent des Staatshaushalts ausmachte, wurde auf unter 20 Prozent gedrückt. Dafür will Pinochet über 74 Millionen Dollar in Touristen-Unterkünfte stecken,