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Briefe

Illoyale Brutus-Clique
aus DER SPIEGEL 5/1979

Illoyale Brutus-Clique

(Nr. 3/1979, SPIEGEL-Titel »Kohl kaputt")

Ihre an Mißgunst, Neid und Haß anlehnende Beschreibung der führenden CDU/CSU-Politiker erregt mir Übelkeit.

Zürich DR. JUR. ET LIC. OEC. ALFRED MEILI

Rechtsanwalt

Bitte verschonen Sie Ihre Leser in Zukunft mit dem Kohl-Kopf! Merci.

Zürich WERNER MÜLLER

Dipl. -Architekt ETH

Man könnte meinen, der große Zampano Franz Josef hätte seine Hand bei der Auswahl des Covers im Spiel gehabt, wußte er doch schon von Anfang an, daß ihm Kohl nur Wurst ist, solange er noch Dregg(er) am Stecken hat.

Nicht für den Norden geht die Kohl- und Pinkel-Zeit zu Ende; man sollte doch allgemein mehr junges Gemüse nach vorn lassen! Eine nicht nur klammheimliche Freude über das gelungene Photo kann und will ich nicht verbergen!

Bad Schwartau (Schlesw.-Holst.)

HARTMUT RÖMER

Völlig richtig, Ihre Einschätzung des Herrn Kollegen Biedenkopf. Es muß wirklich fraglich bleiben, ob es da eines Tages noch zu staatsmännischer Größe kommen wird. Macht er so weiter wie bisher, so muß man sieh eben, innerhalb wie außerhalb der CDU, damit zufriedengeben, dem Wirken eines Zentimetternich zuzusehen. Albersloh (Nrdrh.-Westf.)

PROF. DR. HORST HERRMANN

Biedenkopf und Strauß sind bedeutend realistischer: Der »kaputte« Kohl kann und darf nicht der Kopf der Fraktion sein, ist nicht die Persönlichkeit, die einen Helmut Schmidt ablösen kann. Sein Posten darf neben dem tüchtigen 1-leiner Geißler allenfalls der Parteivorsitz sein. Der Regierung freilich ist es recht, wenn nichts, oder wenn ein Wechsel zu spät geschieht.

Köln THOMAS WINTGEN

Während die CSU zu weltpolitischen Analysen fähig ist und in der politischen Alltagsarbeit entsprechende Konsequenzen ziehen kann, treibt die CDU in der Tagesarbeit profillos dahin. Das ist der ganze Jammer auch um Helmut Kohl.

Eschborn (Hessen) J. F. WILHELM HÖRNICKE

Ich bin seit Jahren aktiv in der Jungen Union tätig, saß im Vorstand und werde nächstes Jahr mein Kreuz an der richtigen Stelle machen, aber ich beschwöre Sie: Um Himmels willen, schießt den Kohl doch endlich ab!

Northeim (Nieders.)

HORST CHRISTOPH GIRMANN

Freilich ist Kohls Unfähigkeit jedem. der halbwegs Durchblick hat, nicht erst seit gestern klar. Aber was seine »Parteifreunde« da alles Hinterhältig-widerwärtiges und Scheinheiliges mit ihm anstellen -- da könnte man glatt als politischer Gegner Mitleid mit ihm kriegen.

Beilegries (Bayern) ANDREAS SCHMIDT JUN.

Student

Sachlich falsch ist die Feststellung, seit der Übernahme der CDU/CSU-Fraktionsführung sei Kohl »fast nichts mehr gelungen«. Denken Sie einmal an den Abbau der heimlichen Steuererhöhungen, der gegen den bis in den Sommer 1978 hinein aufrecht erhaltenen Widerstand der Bundesregierung im Herbst letzten Jahres durchgesetzt wurde, oder an die -- zwar ungenügenden -- Terrorbekämpfungsgesetze, die ohne den Druck der CDU/CSU vom Bundeskanzler nicht einmal in der eigenen Fraktion hätten durchgesetzt werden können, oder an die Kernenergieplanung, wo ohne CDU/CSU eine völlige Handlungsunfähigkeit der Koalition eingetreten wäre.

Es ist Ihr demokratisches Recht, mit journalistischen Mitteln gegen Helmut Kohl und die CDU/CSU zu kämpfen, aber bitte künftig mit mehr Fairneß!

Bonn/ Ravensburg CLAUS JÄGER

CDU/MdB

Welcher blinde Ehrgeiz hat die Biedenkopf, Strauß, Zimmermann & Co. nur veranlaßt, so langsam, aber sicher, alles kaputtzumachen, was auf verschiedenen Ebenen von der CDU in mühevoller Arbeit aufgebaut worden ist? Unmißverständlich sollte dieser illoyalen Brutus-Clique in der Union ein für allemal klargemacht werden, daß jedes Wort gegen Helmut Kohl ein abgesägtes Ende mehr ist auf dem Ast, wo die Union (noch) sitzt.

Mannheim WALTER BAYER Junge Union/ Mitglied des Kreisvorstandes

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