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KONZERNE Im Kaufrausch

aus DER SPIEGEL 8/1997

Weltweit suchen Industrie- und Energiekonzerne in der Medienbranche eine neue Zukunft. In Rußland hält Gasmonopolist Gasprom 30 Prozent am nationalen Fernsehsender NTV und 20 Prozent an der komsomolskaja prawda. Ölriese Lukoil steht mit 19 Prozent an der iswestija erklärtermaßen erst am Anfang seines Exkurses in die Medienwelt. In Frankreich hat der Energie- und Baugigant Compagnie Générale des Eaux in der vorvergangenen Woche mit 30 Prozent die Rolle des Hauptaktionärs bei dem weltweit fünftgrößten Medienunternehmen Havas (Canal plus, CLT) übernommen. In den USA verdankt der Mischkonzern General Electric der TV-Tochter NBC rund 14 Prozent seiner 79 Milliarden Dollar Umsatz. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Fernsehunternehmen einen Gewinn von 950 Millionen Dollar. Der traditionsreiche US-Energie- und Elektrokonzern Westinghouse will sich jetzt auf den Ausbau seiner Rundfunkbeteiligungen (CBS, diverse Kabelnetze) konzentrieren, deren Jahresumsatz bei fünf Milliarden Dollar liegt. Die ursprünglichen Geschäftsbereiche sollen vom Mutterkonzern abgespalten werden. Derzeit verhandelt Westinghouse darüber auch mit dem deutschen Großunternehmen Siemens. Dessen wenig innovationsfreudiger Chef Heinrich von Pierer lehnt Medienbeteiligungen dagegen ab: Das liege Siemens »so fern wie das nächste Sonnensystem«.

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