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ATOMINDUSTRIE Im Ton vergriffen

aus DER SPIEGEL 50/1998

Bei seiner Kritik an den deutschen Atomausstiegsplänen hat sich ein Schweizer AKW-Manager ziemlich im Ton vergriffen. Hans Fuchs, Geschäftsführer des AKW Gösgen, sagte auf einer Tagung des Schweizer »Energieforums«, falls Kernkraftwerke nicht weiter gefördert würden, seien »drastische Klimaschäden vorprogrammiert, und zwar mit Megafolgen, die den Holocaust als bloße Episode erscheinen lassen werden«. Fuchs prophezeite beim verstärkten Einsatz fossiler Energieträger schlimmste Umweltschäden und Millionen Tote: »Horribile dictu ist es ausgerechnet in Deutschland eine rotgrüne Regierung, die durch den beabsichtigten Ausstieg aus der Kernenergie einen Startschuß zu diesem Völkermord des 21. Jahrhunderts gibt!« Seine »Gedanken«, rechtfertigte er sich jetzt, kämen »aus der Sorge um den Planeten«. Kleinlaut ließ er vergangene Woche eine geschönte Version seines Vortrags verteilen. Der Holocaust heißt nun »anthropogener Eingriff«.

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