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ATOMENERGIE Immer Ärger mit dem Endlager

aus DER SPIEGEL 52/2002

Der Plan der Bundesregierung, hoch und schwach radioaktiven Atommüll gemeinsam in einem einzigen Endlager zu versenken, erschwert die Suche nach einem geeigneten Standort. Das ergibt sich - sehr zum Verdruss des grünen Umweltministers Jürgen Trittin - aus dem Expertenbericht, den der von ihm selbst berufene Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) am Dienstag vergangener Woche übergab. Beim von der rot-grünen Regierung politisch vorgegebenen »Ein-Endlager-Konzept« sei der »Langzeitsicherheitsnachweis unter Umständen schwieriger zu führen« als bei zwei getrennten Lagerstätten, monieren die Fachleute. Weil beide Atommüll-Varianten auch in einem gemeinsamen Endlager dauerhaft voneinander isoliert bleiben müssen, seien Probleme der Gas- und Hitzeentwicklung bei diesem Konzept nur durch zusätzliche »technische Maßnahmen« zu bewältigen. Der Minister fürchtet nun, dass nach dem Expertenvotum der Druck zunimmt, das bereits genehmigte Endlager für schwach aktive Abfälle »Schacht Konrad« bei Salzgitter nach Abschluss laufender Gerichtsverfahren in Betrieb zu nehmen. Eine solche Diskussion will Trittin vor allem während des laufenden Wahlkampfs in Niedersachsen vermeiden.

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