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Briefe

In bester Tradition
aus DER SPIEGEL 22/2007

In bester Tradition

Nr. 20/2007, Kampagnen: Wie das christlich-konservative »Familiennetzwerk« die Medien unterwandert

Es ist schon erstaunlich, mit welch absurder Argumentation die erzkonservativen Kräfte im Land den berufstätigen Müttern immer wieder weismachen wollen, sie würden ihre Mutterrolle und ihren Erziehungsauftrag vernachlässigen. Gewiss hat von den sogenannten Familiennetzwerkern kaum einer je eine Krippe von innen gesehen. Ich bin Frau von der Leyen dankbar, dass sie diesen Kulturkampf losgetreten hat, denn unterschwellig brodelte dieser sowieso seit Jahren. Erst durch die öffentliche Debatte können wir - hoffentlich - ein harmonisches Miteinander der verschiedenen Familienmodelle erreichen.

HAMBURG KATRIN BAUM

Dem SPIEGEL gebührt größter Dank dafür, dass er die versteckte Beteiligung einer der finstersten Organisationen der Gegenwart - des »Opus Dei« - an der Kampagne gegen Kinderkrippen offengelegt hat. Dieser Artikel steht in der besten Tradition des Kampfes gegen antiaufklärerische Tendenzen von jedweder Seite.

POZNA'N (POLEN) EKKEHARD GRUBE

Schert sich das Familiennetzwerk eigentlich um die Kinder, die zwar zu Hause »betreut« werden, aber angesichts der Frustsituation der Eltern fehlerzogen werden? Die Super Nanny lässt grüßen. Wir leben doch heute in einer ganz anderen Zeit, in der viele Kinder gar keine Geschwister mehr haben und von allen Seiten hofiert und verwöhnt werden. Oder Mütter haben, die alleinerziehend sind und aufgrund fehlender Krippenplätze nicht arbeiten gehen können. Wie wäre es mal mit einer Umfrage, wie erfüllend denn so ein Vollzeitmutterleben auf Dauer ist? Und wie heißt es doch so schön: zufriedene Eltern, zufriedene Kinder.

NIEDERLAUTERBACH (FRANKREICH) BIRTE BRUCKER

Ihre Behauptung, die deutschen Medien würden durch erzkonservative christliche Netzwerke unterwandert, klingt angesichts der tatsächlichen Verhältnisse etwa so glaubwürdig, als würde ein Elefant klagen, dass ihn eine Maus erdrücken will. Warum unterstellen Sie Menschen, die christliche Werte vertreten, immer gleich eine »ideologische Kreuzzugsmentalität«?

DEGGENDORF (BAYERN) JOSEF STALLINGER PFARRER

Der Artikel entpuppt sich selbst als die beste Legitimation für das Netzwerk. Denn die vermeintlich Fortschrittlichen dieses Landes beißen vor Intoleranz gegenüber

denjenigen, die für Kinder, aber gegen Krippen votieren und das Medien-Gaukelspiel der Alles-im-Griff-Vorzeige-Mama im maßgeschneiderten Hosenanzug nicht mitspielen wollen, nur so um sich. Hatten gerade sie nicht immer wieder Toleranz gegenüber »Rabenmüttern« gefordert?

LILIENTHAL (NIEDERS.) BIRGITTA VOM LEHN

Wer wie das »Familiennetzwerk« die Krippen verteufelt und die Erziehung zu Hause als allein selig machend preist, verkennt die Realität: Kinder, die in einer reinen Erwachsenenwelt großwerden mit einem übervollen Terminkalender, als Extrem auf der einen und Kinder, deren Eltern mit der Erziehung überfordert sind und die folglich geistig und körperlich viel zu wenig gefördert werden, als Extrem auf der anderen Seite. Und: In beiden Fällen bleiben die Frauen auf der Strecke, die auf Erwerbstätigkeit verzichten und sich damit nicht nur ins berufliche Abseits, sondern auch in die völlige Abhängigkeit von ihrem Partner begeben - angesichts der Trennungsraten in Deutschland und der zunehmenden Unsicherheit des Arbeitsplatzes kaum ein zukunftsträchtiges Modell, um Kindern ein gedeihliches Umfeld zu bieten.

NIEMETAL (NIEDERS.) DR. BETTINA SCHLEICHER BUSINESS AND PROFESSIONAL WOMEN GERMANY

Wer (fremd-)betreut eigentlich die Kinder von Eva Herman, während sie der Menschheit mit rückständigen Parolen und erhobenem Zeigefinger in diversen Talkshows auf die Nerven geht?

FRANKFURT AM MAIN HEIKE DENEBERGER

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