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Briefe

In der Eitelkeitsfalle
aus DER SPIEGEL 19/2007

In der Eitelkeitsfalle

Nr. 17/2007, Debatte: Alice Schwarzer über die Gründe, warum die CSU-Politikerin Gabriele Pauli bei ihrer Selbstdarstellung scheiterte

Ich kann Schwarzers kluger Analyse des »Vorgangs St. Pauli« nur zustimmen und rate allen Machos auf der Karriereleiter: Wenn euch demnächst eine attraktive Frau Konkurrenz macht, dann schickt ihr einen Fotografen mit einem »unmoralischen Angebot« vorbei. Mit großer Wahrscheinlichkeit

tappt sie in die Eitelkeitsfalle und demontiert sich am Ende selbst. Schade, dass wir Frauen uns immer noch primär im Schönheitswettbewerb auf dem Laufsteg sehen und uns selbst die größten Feinde sind!

WADGASSEN (SAARL.) MIA HERBER

Irgendwie hat Frau Schwarzer wohl nicht mitgekriegt, dass die Opferrolle, die sie der cleveren Landrätin überstülpen möchte, längst nicht mehr passt. Sie kann der Frau Pauli mit ihren 49 Jahren doch nicht glaubhaft das »Prinzessinnenspielen auf dem Mädchengeburtstag« unterstellen. Dr. Pauli hat immerhin zwei Männer »geschafft«, ein Kind aufgezogen, ein Studium samt Promotion hingelegt - und nun ist sie, so das Urteil der Presse, eine sehr gute Landrätin. Warum wollen Sie dem Leser diese moderne junge Frau als dusseliges Mäuschen vom Lande, gar als Pornografin wider Willen und Wissen verkaufen?

HAMBURG HANSJOACHIM SIEBER

Schön, wir Männer haben verstanden: Sexy ist bäh! Sexy ist böse! Wie lange muss man sich so einen Müll noch anhören? Pornografisch sind nicht die Pauli-Fotos; pornografisch ist Schwarzers billiger Feminismus-Duktus, der von Schamhaaren und Dessous Gebrauch machen muss, wo es doch um ein ganz anderes Thema geht. »Wie doof ist die denn?« - Ja, Frau Schwarzer, das frage ich mich in der Tat auch.

LIPPSTADT (NRDRH.-WESTF.) MARTIN NEUMANN

Nun haben wir mal eine, die was im Kopf und auch sonst wo hat und das auch zeigt, und dann ist es auch wieder nicht recht. Es gibt nicht so viele, die tatsächlich - so oder so - vorzeigbar sind. Es herrscht hier immer noch weitgehend die Ansicht, dass eine Politikerin allenfalls den Sex-Appeal von Kohlhiesels Töchtern haben darf, damit sie ernst genommen wird. Aber die männlichen Politiker sind nun mal in ihrem tiefsten Innern ausgemachte Schweinigel, weil wir Männer halt so sind.

PINNEBERG (SCHL.-HOLST.) H.-J. MUNDSCHAU

Alice Schwarzer zeigt mal wieder sehr deutlich, dass Frauen sich in entscheidenden Situationen einfach nur selbst im Weg stehen.

HILDESHEIM MARTINA VOGT

Verständnis- und respektlos setzt Schwarzer mit ihrer mickrigen Suada nicht nur Frau Pauli, sondern fast alle sinnlichen Frauen herab: Wer nicht so ist, wie die Vertreterin der reinen Lehre, kann nicht emanzipiert sein, sondern ist doof. Dabei zeigt sich die beste Freundin doch wieder einmal als der bessere Mann: Wer solche Freundinnen hat, braucht keine Feinde. Alte Blaustrümpfe keifen auf ähnlich verkniffene Weise.

DARMSTADT ACHIM SCHÜßLER

Wird die CSU durch die schöne Landrätin zum Sado-Maso-Club? Die Pauli ist doch nur ein södersches Bauernopfer.

WÜRZBURG BERNHARD FEGHELM

»Wie doof ist die denn?«, frage ich mich - und ich lasse es nicht trickreich meine »klugen Freundinnen« tun. Ich frage Sie direkt, kluge Alice Schwarzer: Warum passiert es einer Ikone der Frauenpolitik, diesen Knüppel zwischen die Beine einer Politikerin zu dreschen, die das geschafft hatte, was den wenigsten Frauen im Politikgeschäft gelingt: ein Coup!?

MÜNCHEN MANUELA SCHARFENBERG

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