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Briefe

Innere Angelegenheiten
aus DER SPIEGEL 39/1972

Innere Angelegenheiten

(Nr. 38/1972, Ausländer)

Wir freuen uns, daß der SPIEGEL den Fall des Ehepaares Greenlee aufgegriffen hat, denn er zeigt sehr deutlich, mit welchen fadenscheinigen Argumenten unliebsame Personen aus der -- ach so gastfreundlichen Bundesrepublik -- hinausgeschmissen werden können. Man kann es nicht anders als skandalös bezeichnen, daß Landrat Burckhard sich hier zum Befehlsempfänger seines amerikanischen Standortkommandeurs herunterläßt und damit demonstriert, daß ein US-Oberst, der Gast(!) in unserem Lande ist, sich ohne weiteres in die inneren Angelegenheiten deutscher Dienststellen einmischen darf. Allein diese Tatsache schon macht die Verfügung des Landrats suspekt. Schlimm genug, daß in Bayern fortschrittliche Leute immer größeren Pressionen ausgesetzt sind (siehe CSU-Rundfunkgesetz, Verstaatlichung der Polizei und so weiter usf.), will man jetzt offensichtlich auch noch den US-Behörden die (Dreck-)Arbeit abnehmen, die diese mit »aufbegehrenden« US-Bürgern haben. Daß die Ansichten solcher sich gegen Ungerechtigkeit, Korruption und Heuchelei wendenden Menschen aufmerksamer denn je zur Kenntnis genommen werden müssen, merkt man hoffentlich nicht wieder zu spät.

Schweinfurt (Bayern> ALFONS KÜHN

Ein amerikanisches Ehepaar ist einem US-Standort zum Problem geworden. Wünsche jedem Standort ein solches kritisches, engagiertes Ehepaar. Achtung, deutsche Behörden, erneute Chance, politisch nicht genehme Personen im Einvernehmen mit US-Dienststellen in fragwürdiger Weise zu desavouieren.

Bonn WINFRIED MÜLBERG

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