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Briefe

Ins Gebet genommen
aus DER SPIEGEL 22/1976

Ins Gebet genommen

(Nr. 19/1976, SPIEGEL-Interview mit dem Bamberger Kirchenhistoriker und suspendierten Priester Georg Denzler)

Der Aufruf von Herrn Professor Denzler an die römisch-katholischen Priester zu Massenheirat ist vielleicht eine Möglichkeit, die sinnlosen Zölibatsgesetze zu Fall zu bringen, wenn auch die Gefahr einer Kirchenspaltung dabei nicht unterschätzt werden darf. Die altkatholische Kirche kennt die Priesterehe seit fast hundert Jahren. Das Amtsverständnis eines verheirateten alt-katholischen Priesters ist keinesfalls geringer als das seines zölibatären romisch-katholischen Amtsbruders. Gerade weil ein verheirateter Priester die Probleme des Familienlebens aus eigenem Erleben kennt, ist das pastorale Vertrauensverhältnis realitätsbezogener.

Karlsruhe FRIEDRICH SCHÖNHERR

Es ist von Mitbrüdern die Rede, »die es heimlich treiben«. Es ist uns Mitbrüdern bekannt, daß der SPIEGEL keine Gelegenheit ausläßt, besonders die katholische Kirche und die Priester zu diffamieren, zu verleumden und bloßzustellen. Wenn Sie, lieber SPIEGEL, solch eine Behauptung aufstellen, dann würde ich Sie bitten, die Adressen der betreffenden Mitbrüder gleich mit bekanntzugeben, wenn es solche gibt. Die Behauptung des Herrn Professor Georg Denzler, ein Versprechen, zu dem man innerlich nicht mehr steht, schon gebrochen zu haben, zeugt von bemerkenswerter Überheblichkeit. Ich halte die Äußerungen des Herrn Professor Georg Denzler für eine Selbstrechtfertigung für sein Gewissen. Er kann sich selbst und andere betrügen, aber nicht Gott. Ihrer und Professor Georg Denzler im Gebete gedenkend,

Mainz RAINER SCHADT Alumnus des Bischöflichen Priesterseminars

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