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Hausmitteilung Iran

aus DER SPIEGEL 35/2010

Bereits zweimal hatte SPIEGEL-Redakteur Dieter Bednarz, 53, den iranischen Außenminister Manutschehr Mottaki, 57, interviewt, und jedes Mal, erinnert sich der SPIEGEL-Mann, verliefen die Gespräche »allen Kontroversen zum Trotz im Ton sehr konziliant«. Das war am vorvergangenen Samstag im Teheraner Außenministerium anders. In der Regierung herrschte großer Unmut über einen gerade erschienenen SPIEGEL-Bericht, in dem Bednarz über den Fall der Sakine Mohammadi Aschtiani, 43, berichtet hatte. Sie soll wegen angeblichen Ehebruchs gesteinigt werden (SPIEGEL 33/2010). Das Interview mit Mottaki kam nach einigem Zögern doch noch zustande. »Machen Sie sich zum Werkzeug der Propaganda gegen uns?«, fragte der Außenminister jedoch gereizt, als Bednarz massive Menschenrechtsverletzungen wie die Steinigung ansprach. Das, fuhr Irans Chefdiplomat fort, sei »unter der Würde des SPIEGEL«. Bednarz versuchte ihm nahezubringen, warum er es für seine »journalistische Pflicht halte«, solche Fragen zu stellen (Seite 98).

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