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HOLOCAUST-LEUGNER Irving droht Haftstrafe

aus DER SPIEGEL 48/2005

Dem britischen Publizisten David Irving, 67, droht in Österreich wegen Leugnens und »gröblicher Verharmlosung« nationalsozialistischer Gewaltverbrechen eine Strafe von bis zu zehn Jahren Gefängnis. Am Freitag vergangener Woche lehnte es ein Wiener Richter ab, Irving aus der Untersuchungshaft zu entlassen - für Beobachter ein deutlicher Hinweis darauf, dass es die Justiz ernst meint. Seit Ende 1989 bestand gegen den Autor zweier fragwürdiger Hitler-Biografien ein Haftbefehl, weil er auf Veranstaltungen in Wien und Leoben erklärt hatte, es gebe »nicht den geringsten Beweis« für die Existenz von Gaskammern in Polen, Adolf Hitler habe sich »immer wieder zugunsten der Juden eingesetzt«. Zeugen, die das Gegenteil behaupten, seien ein Fall für die »Psychiatrie«. Die Zahl von sechs Millionen Holocaust-Opfern nannte er eine »bedeutungslose Summe«. Das ursprünglich aus dem Jahr 1947 stammende »Verbotsgesetz« stellt eine Betätigung im Sinne des Nationalsozialismus unter Strafe. Sein Anwalt Elmar Kresbach hatte die Zahlung einer Kaution angeboten und argumentiert, Irving würden 16 Jahre alte Thesen zur Last gelegt, die »österreichische Politiker von sich geben, ohne dass sie in Haft sitzen«.

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