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ÖSTERREICH Irving vor Gericht

aus DER SPIEGEL 47/2005

Dem britischen Rechtsextremisten David Irving, der in der Steiermark festgenommen wurde und seither in Wien in Untersuchungshaft sitzt, wird voraussichtlich der Prozess gemacht. Der umstrittene Historiker war unterwegs zu einem Treffen der Wiener Burschenschaft »Olympia«, wo er über SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann referieren wollte, der den Massenmord an den Juden im Zweiten Weltkrieg organisierte. Olympia ist die wohl wichtigste Neonazi-Burschenschaft Österreichs und brüstet sich noch heute der Beteiligung an Bombenanschlägen in Südtirol Ende der fünfziger Jahre. Irving fiel in der Vergangenheit durch zahlreiche revisionistische Schriften auf - darin behauptete er etwa, Hitler habe von der Judenvernichtung nichts gewusst. Der Haftbefehl gegen Irving stammt von 1989, als der Brite öffentlich die Existenz der Gaskammern während des NS-Regimes geleugnet hatte - ein Verstoß gegen das österreichische »Verbotsgesetz«, das ähnlich dem deutschen Volksverhetzungsparagrafen unter anderem die Leugnung des Holocaust unter Strafe stellt. Irving drohen 20 Jahre Haft.

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