Wie Italien die Währungsunion erpresst "Dieses Europa ist in sechs Monaten am Ende"

Wenn Italien im Streit mit Brüssel nicht nachgibt, droht eine Kettenreaktion. Am Ende könnte ein Austritt des Landes stehen – mit unkalkulierbaren Folgen für den Rest Europas.
Ministerpräsident Conte (links) und Innenminister Salvini (ganz rechts).

Ministerpräsident Conte (links) und Innenminister Salvini (ganz rechts).

Foto: Filippo Monteforte / AFP

Ein Markenschuh muss es sein – Qualität, made in Italy, das ist ihm sichtbar wichtig. Und deshalb zeigt der EU-Abgeordnete Angelo Ciocca erst einmal seine Schuhsohle, ehe er vor aller Augen das Machwerk dieser "Euro-Idioten" in den Dreck tritt – diesen "Lügenberg", in dem behauptet wird, Italiens Haushaltsentwurf verstoße gegen die Regeln, die in der Eurozone gelten.

Es ist Dienstagnachmittag in Straßburg. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici hat gerade verkündet, dass der von Italien eingereichte Budgetplan innerhalb von drei Wochen überarbeitet werden müsse – eine in der Geschichte der Europäischen Union beispiellose Zurechtweisung und eine Demütigung für Italien. So zumindest sieht das und entsprechend zornig reagiert jener Abgeordnete Ciocca von der rechtsnationalen Partei Lega, deren Chef Matteo Salvini als Vizepremier in Rom die Gangart bestimmt.

Tatsächlich kommt diese angebliche Demütigung den neuen Herren in Italien wie gerufen. Zeigt sie doch, wie richtig sie lagen mit ihrem Kampf gegen Europa, den Euro und gegen alles, was ihre Nation angeblich daran hindert, frei und großartig zu sein.

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