Unwetter in Italien Frau stirbt bei Erdrutsch auf Ischia

»Es ist eine Tragödie«: Die Mittelmeerinsel Ischia ist von einem heftigen Unwetter heimgesucht worden, das für Überschwemmungen und Erdrutsche sorgte. Eine Frau starb im Schlamm, viele Menschen wurden verletzt.
Ein im Schlamm versunkener Bus nach dem Erdrutsch auf der Insel Ischia

Ein im Schlamm versunkener Bus nach dem Erdrutsch auf der Insel Ischia

Foto: napolipress / Independent Photo Agency Int. / IMAGO

Im Schlamm versunkene Autos, bis ins Meer gerissene Busse, Schutt und Verwüstung in den Straßen: Heftige Unwetter haben am Samstag im Norden der italienischen Mittelmeerinsel Ischia Überschwemmungen, Chaos und Zerstörung angerichtet. Eine Frau starb in den Schlammmassen, teilte die Präfektur in Neapel mit.

13 Menschen erlitten Verletzungen, elf Menschen galten am späten Abend noch als vermisst. Acht Vermisste, darunter ein Kind, seien unterdessen aufgetaucht und in Sicherheit. »Es ist eine Tragödie«, sagte der Chef des Zivilschutzes. Seine Behörde warnte am Freitag vor Stürmen und Unwettern in der süditalienischen Region Kampanien, zu der die bei Touristen beliebte Insel Ischia gehört.

Schlammmassen beschädigen Häuser

In den frühen Morgenstunden brach das Unwetter über die Insel mit etwas mehr als 60 000 Einwohnern herein. Besonders betroffen war der Küstenort Casamicciola im Norden. Schlammmassen beschädigten Häuser, in denen auch einige der Vermissten vermutet wurden. Die Feuerwehr rettete nach eigenen Angaben zwei Menschen aus einem Auto, das ins Meer gerissen wurde. Sie war insgesamt mit 100 Kräften und 40 Fahrzeugen im Einsatz. Bilder im Fernsehen zeigten einen Hang, an dem ein Erdrutsch abging, und einen Mann, der in einem Gebäude bis zur Burst im Dunkeln im Wasser steckte. Auf Videos der Feuerwehr waren völlig demolierte Autos und mit Geröll und Erde überflutete Straßen zu sehen.

Wegen des tobenden Unwetters hatten die Rettungskräfte nach eigener Aussage Mühe, die Menschen auf der Insel zu erreichen. »Die Situation ist sehr kompliziert«, sagte Innenminister Matteo Piantedosi am Mikrofon des TV-Senders Rainews24. Möglicherweise seien Menschen unter dem Schlamm eingeschlossen, erklärte er weiter.

Die Behörden schickten von Neapel aus Spezialisten, Fahrzeuge und weitere Verstärkung nach Ischia. Das Militär entsandte Hubschrauber zur Unterstützung. Rund 200 Bewohner sollten laut Piantedosi aus ihren Häusern evakuiert werden. Über Stunden konnten viele im betroffenen Teil der Insel ihre Wohnungen nicht verlassen. Die Verwaltung wies die Menschen dazu an. Viele hatten keinen Strom mehr. Schulen, Friedhöfe und Parks blieben ohnehin am Samstag geschlossen. Das hatte Ischias Bürgermeister Enzo Ferrandino bereits am Freitag wegen der Unwetter-Warnung angeordnet.

Zwischenzeitlich kursierten zudem Meldungen über acht Todesopfer, die die Präfektur und die Carabinieri in Neapel allerdings vorerst nicht bestätigten.

ktz/dpa

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