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Diplomatie Italien wirbt um Vertrauen

aus DER SPIEGEL 24/1994

Mit großem Aufwand will die neugewählte italienische Rechts-Regierung politischem Mißtrauen in Deutschland begegnen. Nach dem Antrittsbesuch von Ministerpräsident Silvio Berlusconi bei Bundeskanzler Helmut Kohl diese Woche werden bis Anfang Juli nacheinander mindestens sechs Spitzenpolitiker der Rechtskoalition zu Arbeitsbesuchen »förmlich rangekarrt« (ein Bonner Spitzendiplomat). Unter ihnen sind Außenminister Antonio Martino, Verteidigungsminister Cesare Previti und Innenminister Roberto Maroni. Nach anfänglichen Unsicherheiten über den Umgang mit der italienischen Regierung, die zum erstenmal seit Kriegsende in Westeuropa Neofaschisten hoffähig macht, werden die Visiten in Bonn inzwischen als »ganz normale Arbeitstreffen« eingestuft. Hilfreich dabei ist, daß unter den Besuchern keiner der Neofaschisten ist. Zudem, so ein Kanzlerhelfer, werde Berlusconi schließlich schon im Juli die Wirtschaftskonferenz der sieben wichtigsten westlichen Industrienationen (G7) in Neapel leiten: »Dazu will man was von ihm hören.«

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