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Jackson Pollock,

aus DER SPIEGEL 7/1999

im Jahr 1956 gestorbener amerikanischer Maler und bedeutender Vertreter des Action-painting, ziert eine demnächst in den Verkehr kommende Briefmarke der US-Post - allerdings total politically correct. Für die Erinnerungsmarke benutzten die Postler ein Foto des inzwischen eingestellten Magazins »Life«, das den jeansgewandeten Künstler, einen Kettenraucher, in seinem Studio zeigt, wie er Farbe auf eine Leinwand tröpfeln läßt, die unvermeidliche qualmende Zigarette zwischen den Lippen. Den Glimmstengel haben die Designer entfernt, dafür die Marke koloriert. »Wir ehren nicht einen Raucher, der zufällig Künstler war; wir ehren einen außerordentlichen Künstler, der zufällig Raucher war«, rechtfertigte ein Sprecher der US-Post den Eingriff, den Kulturwissenschaftler fragwürdig finden. »Die Regierung hat die Zigarette weggelassen, weil sie glaubt, so am besten im Interesse der Menschen zu handeln«, beklagt der US-Professor für Kulturellen Symbolismus, David Lubin, die Bevormundung. Frage sei: »Dürfen Zigarettenraucher nicht Vorbilder sein?«

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