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Jao Wen-jüan

aus DER SPIEGEL 46/1986

Jao Wen-jüan, 52, zu 20 Jahren Haft verurteiltes Mitglied der linksextremen »Viererbande« um die Mao-Witwe Tschiang Tsching, kann künftig mit beträchtlichen Zinserträgen rechnen. Jao der 1965 mit einer Theaterkritik den Startschuß zur Kulturrevolution gab, ins Politbüro einzog und schließlich einen Monat nach Maos Tod festgenommen wurde, darf nach dem Beschluß eines Gerichts in Schanghai Zinsen aus dem Erbe seines Vaters Jao Pin-tzu beanspruchen. Der in China bekannte linksgerichtete Schriftsteller hatte in Schanghai einen »Autorenbuchladen« besessen, der zwar sozialisiert worden war, für den er aber nach der Kulturrevolution eine Abfindung (laut »Volkszeitung eine »große Summe") kassierte. Anders als der 1969 gestorbene Vater, der den Betrag dem Staat vermachen wollte, will der Sohn das Kapital privat nutzen: für Haftbesuche von Frau und Mutter und die Erziehung der Kinder.

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