Zur Ausgabe
Artikel 105 / 112

Jassir Arafat

aus DER SPIEGEL 43/2001

Jassir Arafat, 72, Palästinenserchef, hat umsonst seine Ärmel zum Solidaritäts-Blutspenden für die Opfer der Terroranschläge auf die USA vom 11. September aufgerollt. Einen Tag nach den Attacken ließ sich Arafat auf einer Krankenliege publikumswirksam ablichten. Doch die Blutkonserve, die er dabei ablieferte, hat die Blutbank in Gaza nie verlassen. Ein Vertreter des US-Konsulats in Jerusalem habe schon bald darauf angerufen und sich im Namen der Vereinigten Staaten für den Einsatz des PLO-Chefs bedankt, so ein Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums. Doch dann habe sich der Amerikaner entschuldigt und erklärt, die Spende werde nicht benötigt. »Wichtiger als das Blut selbst war uns ohnehin die Geste, dass die palästinensische Autonomieregierung an der Seite des amerikanischen Volkes steht«, so der Ministeriumssprecher. Auch die zahlreichen israelischen Blutspenden wurden mangels Bedarf erst gar nicht in die USA geflogen. Sie füllen jetzt die heimischen Bestände der Blutbanken auf.

Mehr lesen über

Zur Ausgabe
Artikel 105 / 112
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.