Zur Ausgabe
Artikel 88 / 90

Jean-Paul Belmondo,

aus DER SPIEGEL 34/1990

57, französischer Schauspieler, wehrte sich vor einem Pariser Gericht gegen die Verwendung seines Kopfes als Kunstgegenstand - und bekam grundsätzlich recht. Streitobjekt war ein im April vom Pariser Auktionshaus Drouot versteigertes Gemälde (Kaufpreis: 450 000 Franc) des jungen französischen Malers Robert Combas mit dem Titel »La Fiancee de Belmondo« (Belmondos Verlobte), in das zwei Fotos des Schauspielers integriert wurden (Foto). Sein Klient sei in dieser Collage umgeben von »unsympathischen Personen« - einer »monsterartigen Frau mit rechteckigem Kopf«, argumentierte Belmondos Verteidiger. Der Maler berief sich auf die Freiheit des Künstlers, Bilder von Personen der Zeitgeschichte für die Arbeit zu verwenden. Dem schloß sich das Gericht nicht an: Auch die künstlerische Freiheit enthebe nicht von der Verpflichtung, die Zustimmung des Betroffenen einzufordern, befanden die Richter. Doch Combas kam billig davon. Statt der geforderten 400 000 Franc mußte der Künstler dem Filmstar nur einen symbolischen Schadensersatz zahlen: 1 Franc.

Zur Ausgabe
Artikel 88 / 90
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten