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Jean-Pierre Chevenement

aus DER SPIEGEL 29/1989

Jean-Pierre Chevenement, 50, französischer Verteidigungsminister, will die gegenwärtige Revolutions-Jubelstimmung in Frankreich nutzen, um mit einer um drei Jahre vorverlegten pompösen Feier an den Sieg der Franzosen über die Preußen bei der Schlacht von Valmy am 20. September 1792 zu erinnern. Im Gegensatz zu den französischen Generälen, die ein Kriegsspiel mit historischen Kostümen vorgezogen hatten, plant Chevenement für den September dieses Jahres ein Kunst-Happening: Auf dem ehemaligen Schlachtfeld bei Valmy (rund 50 Kilometer westlich von Verdun) sollen, in Anwesenheit von Staatspräsident Francois Mitterrand, »brillante Künstler ihrer Phantasie freien Lauf lassen«. Der Aktionskünstler Daniel Boren will ein Säulenlabyrinth errichten. Der auf Pferdedressur spezialisierte Zirkus »Zingaro« wird 100 »Pferde der Freiheit« über den Ort des Kampfgeschehens galoppieren lassen, und dem Technologie-Künstler Ange Leccia schwebt ein Happening mit 20 Kampfhubschraubern vom Typ »Alouette« vor. Die Schlacht von Valmy hatte einst den Augenzeugen Johann Wolfgang von Goethe zu dem Ausspruch veranlaßt: »Ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.«

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