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Jeder 16. muß aussteigen

aus DER SPIEGEL 6/1976

Die Düsenpiloten der Bundeswehr leben doppelt gefährlich. Das flugmedizinische Institut der Luftwaffe kommt in einem vertraulichen Gutachten für das Verteidigungsministerium zu dem Schluß, daß bei Tiefstflügen, Nachteinsätzen und Luftkampfmanövern die »Grenzen menschlichen Vermögens« erreicht werden. Selbst bei erfahrenen Flugzeugführern seien Herzfrequenzen bis zu 170 Schlägen pro Minute gemessen worden. »Das sind Werte, die ... man sonst nur bei Formel-Eins-Autorennfahrern, Astronauten und Testpiloten von Experimentalflugzeugen beobachtet hat.« Auch das Unfallrisiko der Düsenpiloten sei außerordentlich hoch: Im Verlaufe seines Fliegerlebens erleide jeder siebte Pilot einen Flugunfall, müsse jeder 16. mit dem Schleudersitz aussteigen und komme jeder 31. zu Tode. Die Luftwaffe, die rund 1200 Düsenpiloten in ihren Reihen hat, verlor bisher allein 178 »Starfighter« und drei »Phantoms«. Dabei kamen 87 Flugzeugführer ums Leben.

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