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Briefe

Jeder ist sich selbst der Nächste
aus DER SPIEGEL 48/1996

Jeder ist sich selbst der Nächste

(Nr. 46/1996, Hochschulen: Konservative übernehmen die Macht in den Studentenparlamenten)

Anstatt sich zu engagieren, müssen Studenten heute erst einmal die Probleme des universitären Alltags überwinden, der oftmals Krieg im Kleinen bedeutet. Spätestens bei den geringen Mitsprachemöglichkeiten wird abgeschaltet. Die Zeiten der Revolution von '68 sind vorbei: Es gilt heute, von Semester zu Semester zu planen, statt Ideen für nachfolgende Generationen realisieren zu wollen. An deutschen Universitäten ist sich - zu Recht - jeder selbst der Nächste.

Bielefeld SILKE BRÜGGEMEIER

7,2 Prozent Wahlbeteiligung zu den letzten studentischen Wahlen an der Freien Universität Berlin sind in der Tat erschreckend. Die Beteiligung wäre zweifellos besser, wenn sich die Asta-tragende Mehrheit im Studentenparlament nicht vor einigen Jahren entschlossen hätte, die briefliche Benachrichtigung abzuschaffen, da sie zuviel Geld koste. Eigentlicher Grund: Bei Fortschreibung der Gewinne der Opposition hätte der Asta wohl alsbald abdanken können. Die Gründe für das hochschulpolitische Desinteresse der Studenten sind vielfältig, aber bei Reisekostenzuschüssen zu Chiapas-Kongressen denken selbst naive Mitstudenten darüber nach, ob all dies noch etwas mit der Studentenschaft und deren Aufgaben zu tun haben kann.

Berlin ANDREAS SCHULZ

Demokratisches Forum FU Berlin

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