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Briefe

JEIN-SAGER
aus DER SPIEGEL 10/1966

JEIN-SAGER

Falls Ihre Herren Augstein und Ahlers nach dem Gespräch mit Herrn Wehner wissen, was die SPD jetzt will, wäre es sehr dankenswert, wenn sie ihre Erkenntnisse in einer der nächsten Nummern mitteilen würden.

Bremerhaven ERICH DEHL

Mit grenzenloser Enttäuschung erleben Millionen an einer wahren Demokratie interessierte Bundesbürger, wie die SPD sich zu einer Opposition entwickelt hat, die anscheinend selbst nicht mehr weiß, was sie will.

München BRUNO GERTIG

Mit diesem faden Gebabbel würden wir Wehner sogar aus unseren monatlichen Es-Pe-De-Mitglieder-Zahlabenden rausjagen. Gnade uns Gott, wenn so was einmal Minister werden sollte.

Frankfurt KARL RETZLAW

Als SPD-Mitglied fordere ich den Rücktritt Herbert Wehners. Wir brauchen keine cholerischen Pessimisten, sondern agile Pragmatiker mit einem Schuß Idealismus.

Bremen KARL-HEINZ GRASSELT

Das SPIEGEL-Gespräch mit Herbert Wehner zeigt doch wieder einmal ganz deutlich, wie schlecht es um eine vernünftige Opposition in Deutschland bestellt ist. Würde Herr Wehner nebst Kollegen nur annähernd so klar sehen und auftreten wie es der SPIEGEL tut, dann käme man einer gesunden Demokratie schon sehr nahe.

Hamburg PETER SCHRÖDER

Ihr Gespräch mit Herrn Wehner war wieder einmal sehr aufschlußreich. Aus der Vielzahl der heute hoch ungeklärten Fragen betreffs Wiedervereinigung spiegelt sich eindeutig wider, wie viele Fehler die Regierungsparteien bisher begangen haben. Der Standpunkt der SPD zu dieser Frage ist jedoch sattsam bekannt und hat sich mit der Zeit als richtig erwiesen.

Nürnberg DIETMAR KÖNNER

Dein Herausgeber und Herr Ahlers sind auf dem besten Wege, einen langjährigen Leser zu vergraulen. Was die beiden Herren uns mit dem SPIEGEL-Gespräch mit Herbert Wehner zugemutet haben, ist nach meiner Meinung alles andere als ein journalistisches Kabinettstück. Anstelle eines Gespräches setzte man uns gegenseitige Monologe vor.

Niederpleis (Nordrh.-Westf.) DR. W. HIPPE

Ich kann mich nicht erinnern, jemals zehn SPIEGEL-Seiten (ohne Anzeigen) gelesen zu haben, die mehr Belangloses, längst Bekanntes, Überflüssiges enthielten. Selbstdarstellung der SPD nach der verlorenen Wahl unter besonderer Berücksichtigung der Deutschlandpolitik? Warum sind Sie da nicht zu Willy Brandt gefahren, der immer noch Parteivorsitzender ist und der gerade zu diesem Problem Intelligenteres zu sagen gewußt hätte als der Sophist Wehner.

München DIETER VOGEL

Dem politischen Normalbürger und -wähler ist mit »Jein« zu diesem und jenem aktuellen Problem nicht gedient. Wenn etwas weiß ist, sollte dies Wehner zugeben und nicht sagen, es sei grau oder gar undefinierbar!

München GEORG WALDSCHÜTZ

Was hat der SPD-Mephisto Wehner da wieder für Zeug erzählt. Barzel hätte die SPD doch nie in Notstandsschwierigkeiten bringen können, wenn die Partei an dem festgehalten hätte, was Dr. Walter Menzel und Dr. Adolf Arndt jahrelang im Auftrag der ganzen Partei

versicherten: Das Grundgesetz reicht aus, wir brauchen keine Notstandsgesetze.

Über Deutschlandpolitik sollte der Vorsitzende des »Ausschusses für gesamtdeutsche und Berliner Phrasen« (Wehner) besser gar nicht reden, weil er, seitdem er den Deutschlandplan der SPD abwürgte und verscharrte, keine deutschen Antworten mehr weiß.

Wehner hat also nie gesagt, es gehe bei der Lösung der deutschen Frage um die Wiederherstellung der Gebietshoheiten von 1937. Warum saß er dann in Karlsruhe beim SPD-Parteitag unter einem Transparent, das die Grenzen von 1937 zeigte und den Text trug: »Auftrag und Erbe«? Das ist doch ein typisch schizophrenes Verhalten.

Dortmund ARNO BEHRISCH

Eine der Tradition und der (preisgegebenen!) Funktion der SPD sowie den nationalpolitischen Interessen entsprechende Alternative heißt nicht nur, die Starfighter-Politik schärfer zu kritisieren oder die Regierung mit Fragen zu bedrängen, sondern: die vom Wettlauf zum Jahr 2000 und den Anforderungen der anbrechenden Automation bedingte Bildungsgesellschaft mit allen Konsequenzen dem anachronistischen militaristischen Bonner Notstandsstaat und der Kontinuität des deutschen Irrtums gegenüberzustellen.

Frankfurt LORENZ KNORR

Wehner meinte, daß »uns die Kraft gefehlt hat, all das, was wir auf vielen wesentlichen Sachgebieten forderten, überzeugend zusammenzufassen«. Pragmatische Politik zusammenfassen zu wollen, ist ein Widerspruch in sich selbst! Zusammenfassen kann nur, wer eine klare Konzeption hat: kommunistisch, kapitalistisch oder ...

Hamburg J. SCHUMANN

Simplicissimus

Kopfbedeckungszerbrechen - »Sollten wir vielleicht doch auf die zurückkommen?«

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