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LUFTFAHRT Jelzin wirbt für Transportflugzeug

aus DER SPIEGEL 52/1999

Kurz vor der geplanten Entscheidung über einen neuen Militär-Transporter für sechs europäische Nato-Länder und die Türkei haben die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Boris Jelzin und Leonid Kutschma, persönlich für das russisch-ukrainische Großraumflugzeug Antonow An-7X geworben. In einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder und den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac schlagen sie vor, die Flugzeuge gemeinsam zu bauen. Sie weisen Zweifel an der politischen und wirtschaftlichen Stabilität ihrer Länder und an der Zuverlässigkeit ihrer Luftfahrt-Industrie zurück, wie sie aus »Wirtschaftskreisen« geäußert worden seien. Gemeint sind damit das Wirtschaftsministerium und die am Konkurrenzprojekt eines Militär-Airbus beteiligten Konzerne, die das Gemeinschaftsprojekt ablehnen.

Frankreich wünscht den MilitAirbus, obwohl laut Rüstungsabteilung des Bundesverteidigungsministeriums die Antonow weit billiger - und besser - wäre. Die Luftwaffe möchte 75 Transporter als Ersatz für alte Transall-Maschinen. Schröder hatte im Osten neue Hoffnungen geweckt, als er kürzlich »aus politischen Gründen« dafür eintrat, die zwei - sehr ähnlichen - Flugzeug-Entwürfe zu »integrieren«. Minister Rudolf Scharping hat die Entscheidung über das Milliarden-Projekt für »Anfang nächsten Jahres« angekündigt.

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