Spahn über die Coronalage »Alles geht in die richtige Richtung«

Gesundheitsminister Spahn zeigt sich angesichts der sinkenden Corona-Fallzahlen vorsichtig optimistisch. Für neue Covid-19-Medikamente soll es Millionenzuschüsse geben.
Gesundheitsminister Spahn: »Das Virus wird bleiben«

Gesundheitsminister Spahn: »Das Virus wird bleiben«

Foto: Kay Nietfeld / dpa

In der Coronapandemie gibt es nach Einschätzung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Grund zur Hoffnung. Angesichts der sinkenden Fallzahlen sagte Spahn: »Alles geht in die richtige Richtung«.

Zugleich mahnte Spahn zur Vorsicht. »Wir müssen sehr aufpassen, dass die Zuversicht nicht zu Übermut wird«. »Das Virus wird bleiben«, sagte Spahn. In den kommenden Wochen werde sich entscheiden, ob die Lage auch im Sommer insgesamt besser sei.

Jeder werde das Virus auf lange Sicht »erleben«, so Spahn weiter – ob über eine Impfung oder eine Ansteckung. Es sei empfehlenswert, sich über eine Impfung immunisieren zu lassen und nicht durch eine unkontrollierte Infektion.

Das Kabinett beschloss laut Spahn erstmals bundeseinheitliche Regeln für Einreisen nach Deutschland, nachdem es bisher Verordnungen der Länder gegeben hatte. Demnach sollen unter anderem für vollständig Geimpfte und Genesene Testpflichten und Quarantänevorgaben wegfallen – es sei denn, man kommt aus einem Virusvarianten-Gebiet.

Situation weiterhin »ernst«

Auch der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, äußerte sich zuversichtlich. »Die Inzidenzen sinken in allen Altersgruppen und in allen Bundesländern«, sagte Wieler. Die Inzidenzen gingen insgesamt zurück, dennoch seien sie regional teilweise noch zu hoch.

33 Prozent der Bevölkerung seien bislang einmalig gegen das Coronavirus geimpft, zehn Prozent doppelt. Für einen flächendeckenden Schutz vor dem Virus brauche es jedoch eine Quote von 80 Prozent.

Wieler bezeichnete die Situation nach wie vor als »ernst«. Jede Woche würden in Deutschland mehr als tausend Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sterben. Die Coronaimpfungen bezeichnete der RKI-Chef als »mächtiges Werkzeug« im Kampf gegen die Pandemie.

300 Millionen Euro Förderung für Covid-19-Medikamentenentwicklung

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellte im Rahmen der Pressekonferenz mit Spahn und Wieler indes ein neues Förderprogramm zur Entwicklung von Covid-19-Medikamenten vor. Mit 300 Millionen Euro solle die klinische Entwicklung bis zur Zulassung neuer Arzneimittel gefördert werden, sagte Karliczek.

Nötig seien die Zuschüsse, weil die Entwicklung dieser Medikamente »äußerst kostenintensiv« sei und von den beteiligten Unternehmen oft nicht allein getragen werden könne. Mit der gemeinsamen Förderung von Forschungs- und Gesundheitsministerium sollten Herstellungskapazitäten am Standort Deutschland »aufgebaut und ausgeweitet« werden.

fek/Reuters
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