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Jenseits der Grenze

aus DER SPIEGEL 39/1980

Ein italienischer Neofaschist ist seit vier Jahren bemerkenswert aktives Mitglied der CDU: Bruno Zoratto, 34, kandidierte 1978 auf Platz 14 des neofaschistischen »Movimento Sociale Italiano -- Destra Nazionale« (MSI-DN) für das Europaparlament. In der zentralen Mitgliederkartei der CDU im Bonner Konrad-Adenauer-Haus wird Zoratto, Mitgliedsnummer 04033, als »Fachjournalist« geführt, weil er in Stuttgart die Zeitung »Oltreconfine« ("Jenseits der Grenze") herausgibt. Das Blatt liegt stramm auf dem Kurs des MSI-Chefs Giorgio Almirante. Außerdem betreibt der CDU-Mann von ganz rechtsaußen eine Organisation für Gastarbeiter. Und die, so Zoratto, arbeitet mit dem Christlichen Gewerkschaftsbund (CGB) »vertrauensvoll und eigentlich reibungslos« zusammen.

Dem CGB sitzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Volmer vor.

Im Wahlkampf engagiert sich Zoratto für Franz Josef Strauß: Der Neofaschist gehört zu den Unterzeichnern eines »Appells in gemeinsamer europäischer Verantwortlichkeit«, den der Pro-Strauß-Verein »Ausländerinitiative für den CSU/CDU-Kanzler« verbreitet. Hinter der Initiative steht Zorattos ultrarechte »Oltreconfine«.

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