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Joan Fontcuberta

aus DER SPIEGEL 52/1987

Joan Fontcuberta, 32 (Photo o., l.), Photograph aus Barcelona, und sein schriftstellernder Kollege Pere Formiguera, 35 (r.), kamen im Labor einer fabelhaften Fauna auf die Spur. Zu ihrer »Phantastischen Tierschar«, derzeit zu sehen in der Pariser Galerie »Zabriskie«, zeigen sie Bilder von unbekannten Wesen wie der Schlange mit Beinen (solenoglypha polipodida), dem Biber mit Schlangenschwanz (myodorifera colubercauda) und der Kreuzung aus Schildkröte und Fuchs (alopex stultus - Photos r.). Zur Optik aus uralter Zeit fabulieren die Spanier aber auch in Text und Ton: Die Sammlung sei das Vermächtnis eines deutschen Gelehrten namens Professor Ameisenhaufen (1888 in Dortmund geboren und 1955 in Schottland spurlos verschwunden), der neben den - künstlich vergilbten - Photographien Manuskripte, Notizen und einige Tonbandaufzeichnungen hinterlassen habe. Der Nachlaß ist schier unerschöpflich, Einzelteile oder ganze Pakete können käuflich erworben werden. Beim Preis allerdings ist Schluß mit der Fiktion: Zwischen 2300 und 4500 Mark kostet ein Stück Fabelwelt.

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