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Johann Löhn

aus DER SPIEGEL 3/1989

Johann Löhn, 52, Technologiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg, offeriert seit Jahresbeginn zusammen mit einem Freiburger Verlag einen 480 Mark teuren Terminplaner. Der Mehrzweckkalender (Motto: »Nicht härter arbeiten, sondern intelligenter") soll gestreßten Managern helfen, berufliche und private Verpflichtungen besser in den Griff zu bekommen. Außerdem dient der Kalender als Ergänzung zu Managementseminaren (Kosten: 1100 Mark inklusive Barbesuch), die der Regierungsberater regelmäßig abhält. Löhns oberster Dienstherr, der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth, sieht den Nebenerwerb seines High-Tech-Spezialisten mit gemischten Gefühlen, zumal Löhn 1983 schon einmal von der SPD-Opposition wegen der Verquickung von privaten und beruflichen Interessen heftig angegriffen worden war. Den geschäftstüchtigen Physiker stört die Kritik wenig: »Der Späth«, so Löhn, »verkauft seine Bücher doch auch nur deshalb so gut, weil er Ministerpräsident von Baden-Württemberg ist.«

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