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Joschka Fischer

aus DER SPIEGEL 39/2001

Joschka Fischer, 53, Außenminister, sagte auf seiner Reise ins terrorgeplagte Amerika dramatische Veränderungen in der deutschen Medienlandschaft voraus. Die Druckwelle des globalen Terrors werde gleichsam auch viele flotte 35-jährige Chefredakteure aus ihren Sesseln fegen. Mit oberflächlichen Zustandsbeschreibungen einer Spaßgesellschaft würden die Leser sich künftig nicht mehr zufrieden geben. Gefragt seien fortan wieder kluge analytische Köpfe, die in der Lage seien, die komplizierte Neuordnung des Weltgefüges auch zu begreifen. Unter den mitreisenden Journalisten kam sofort der Verdacht auf, Fischer bringe sich allmählich für den Tag in Stellung, an dem er nicht mehr als Außenminister die Geschicke der Deutschen lenkt. Sollte die rot-grüne Koalition in Berlin an den politischen Terrorfolgen scheitern, könnte dieser Tag schnell nahen. Fischer wies diese Vermutung zurück: »Völlig unbegründet«.

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