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Josef Erber

aus DER SPIEGEL 5/1979

wurde am 16. Oktober 1897 in Ottendorf/ Tschechoslowakei geboren. Er besuchte die Volksschule, danach arbeitete er in einer Spinnerei. 1915 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und als Infanterist in Rußland und Italien eingesetzt. Nach Kriegsende war er, mit kurzen Unterbrechungen, bis 1940 wieder Textilarbeiter.

1936 trat Erber in die Sudetendeutsche Partei ein, 1938 wurde er damit automatisch Mitglied in der NSDAP. Im Oktober 1940 erhielt er seine Einberufung zu einer SS-Totenkopfeinheit; wenig später kam er nach Auschwitz, wo er bis zur Räumung des Lagers im Januar 1945 blieb.

Erber gehörte zunächst zur Wachmannschaft des Lagers, Mitte 1942 wurde er zur Politischen Abteilung (Lager-Gestapo) versetzt. Im September 1942 übernahm er die Aufnahmeabteilung des Frauenlagers in Auschwitz/ Birkenau, das er von Oktober 1943 bis April 1944 auch leitete. Im Mai 1945 kam der SS-Oberscharführer in amerikanische Gefangenschaft, aus der er Ende 1947 entlassen wurde. Am 1. Oktober 1962 wurde Erber verhaftet, am 16. September 1966 vom Schwurgericht des Landgerichts Frankfurt wegen gemeinschaftlichen Mordes in mindestens siebzig Fällen zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt.

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