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Josef Klehr

aus DER SPIEGEL 5/1979

wurde am 17. Oktober 1904 in Langenau/ Schlesien geboren. Er besuchte die Volksschule und wurde Tischler. Seit Ende 1934 arbeitete er zunächst als Pfleger in einer Heilanstalt, später, seit 1938, als Hilfswachtmeister im Zuchthaus Wohlau. Im Herbst 1932 war Klehr der Allgemeinen SS beigetreten, 1939 wurde er zur Waffen-SS eingezogen. Klehr kam zur Wachmannschaft des Konzentrationslagers Buchenwald, wurde 1940 als Sanitäter zum KZ Dachau versetzt und kam im Oktober 1941 nach Auschwitz. Dort wurde er als leitender Sanitäter im Häftlingskrankenbau des Stammlagers eingesetzt, später war er in gleicher Funktion im Nebenlager Gleiwitz.

Nach der Räumung des KZ Auschwitz Mitte Januar 1945 kam Klehr in Österreich in amerikanische Gefangenschaft. 1948 wurde er nach Braunschweig entlassen; bis zu seiner Verhaftung im September 1960 arbeitete er dort als Tischler. Am 19. August 1965 verurteilte ihn das Schwurgericht des Landgerichts Frankfurt wegen Mordes in mindestens 475 Fällen und der gemeinschaftlichen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord in mindestens 2730 Fällen zu lebenslangem und weiteren fünfzehn Jahren Zuchthaus.

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