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Joseph W. King,

aus DER SPIEGEL 21/1990

77, amerikanischer Maler, protestierte mit einer historischen Anleihe bei der Alten Welt gegen beutelschneiderische Absichten der Stadtväter von Winston-Salem im US-Staat North Carolina. Eine mehr als 10 000 köpfige Menge versammelte sich, als eine von King angeheuerte moderne Lady Godiva hoch zu Pferde in den Straßen der Stadt (148 000 Einwohner) paradierte (Foto). Nach der Legende ritt im elften Jahrhundert die historische Lady Godiva, bedeckt nur von ihrem langen goldenen Haar, durch die Straßen von Coventry (England), um mit der drastischen Aktion ihren adeligen Ehemann, den Earl von Mercia, für Steuersenkungen zu erwärmen. Joseph W. King versteht den hippoesken Ausflug der unbekannt gebliebenen Nackten mehr basisdemokratisch: »Ich will die Leute nur dazu bringen, daß sie über ihre Steuern reden«, schließlich plane die Gemeinde eine Grundsteuererhöhung von 41 Prozent.

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