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Jürgen Reimann

aus DER SPIEGEL 45/2000

Jürgen Reimann, 55, Bundesgrenzschutzdirektor, hat mit der Äußerung, dass bunte Plakate »mit blühenden Landschaften, super Straßen und glücklichen Köpfen« in deutschen Auslandsvertretungen die illegale Einreise fördern, seine Karriere verplappert. Schon das Auswärtige Amt hatte den Spitzenbeamten aus dem Innenministerium nach seiner Bemerkung bei einer Grenzschutztagung in Lahnstein vor zwei Wochen schwer gerüffelt. Nun hält ihn auch sein eigenes Ministerium offenbar nicht mehr für geeignet, Präsident des Grenzschutzpräsidiums Mitte in Fuldatal zu werden. Weil der Präsidentenstuhl nur mit Zustimmung des Kabinetts neu besetzt werden darf, gilt Reimann, bisher Leiter des Schlüsselreferats »Grenzsicherheit, Luftsicherheit und Bahnpolizei« im Innenministerium, nicht mehr als durchsetzbar. Ein anderer Weg, um den in Ungnade gefallenen Spitzenbeamten abzuschieben, scheint Innenminister Otto Schily ebenfalls verbaut. Zwar wird im kommenden Jahr der Chefposten der Grenzschutzdirektion Koblenz frei - eine Personalie, die nicht durchs Kabinett muss. Aber dort wäre Reimann dann ausgerechnet für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zuständig.

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