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Justizgemauschel

aus DER SPIEGEL 20/1991

Die baden-württembergische Justiz gerät weiter in Verruf. Auch im Verfahren gegen den Freiburger Prominenten-Mediziner Professor Armin Klümper ist offenbar getrickst und geschont worden. Der dank seiner Spritzen-Cocktails umstrittene Mediziner war zwar 1989 wegen Rezeptbetrügereien verurteilt worden, kam aber trotz des vorgeworfenen Millionenschadens mit einer Geldstrafe davon. Ein Dezernatsleiter des badenwürttembergischen Landeskriminalamts (LKA) nennt die Vorgänge nachträglich »eine große Sauerei«. Dem LKA-Präsidium liegen Vermerke darüber vor, wie die Freiburger Staatsanwaltschaft Ermittlungen abblockte. Die von den Fahndern vorgebrachten Haftgründe gegen Klümper konterten sie mit der Drohung, die Ermittler durch das Innenministerium ablösen zu lassen. Zudem versuchte die Justiz, das Verfahren geräuschlos einzustellen. Im Stuttgarter Justizministerium scheiterte dieser Plan am massiven Einspruch des damaligen Karlsruher Generalstaatsanwalts Ernst Bauer.

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