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Hausmitteilung Jutta Fischbeck

aus DER SPIEGEL 30/1982

Datum: 26. Juli 1982 Betr.: Jutta Fischbeck

Die große schlanke deutsche Journalistin war bei jedem ihrer zahlreichen Einsätze unübersehbar, ihr geschliffenes, rein kastilisches Spanisch unüberhörbar. Vierzehn Jahre lang schrieb Jutta Fischbeck, studierte Romanistin, im SPIEGEL über Themen aus dem spanisch-portugiesischen Kulturkreis, zog mit Guerrilleros durch den Busch in Angola, recherchierte in Lateinamerika von Kuba bis Chile und interviewte so gut wie alle führenden Politiker Spaniens und Portugals: die Sozialisten Felipe Gonzalez und Mario Soares, mit denen sie noch aus Diktaturzeiten befreundet war, die Kommunisten Santiago Carrillo und Alvaro Cunhal, die Konservativen Manuel Fraga Iribarne und Adolfo Suarez, die Militärs Francisco Costa Gomes und Othelo de Carvalho - und das sind längst nicht alle. Demokraten und Diktatoren trat eine kämpferische Linke mit klaren Maßstäben politischer Moral gegenüber - abweisen ließ sie sich nicht.

Jutta Fischbeck, ebenso engagierte wie einfühlsame Redakteurin, starb vorigen Freitag an Krebs, 41 Jahre alt, zwölf Wochen nachdem sie in Buenos Aires - mit dem Friedens-Nobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel - ihr letztes SPIEGEL-Gespräch geführt hatte.

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