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Hausmitteilung Kachelmann

aus DER SPIEGEL 23/2010

Die Unschuldsvermutung ist ein eherner rechtsstaatlicher Grundsatz, der sogar in der Uno-Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben steht - auch Journalisten sind ihm verpflichtet. Werden jedoch Prominente zu Beschuldigten, scheint die universelle Regel oft ihre Gültigkeit zu verlieren, wie auch der Fall des Wettermoderators Jörg Kachelmann, 51, zeigt. Ihm wird zur Last gelegt, Anfang Februar seine deutsche Freundin vergewaltigt zu haben; die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage erhoben. Früh schon erschien der Schweizer Bürger Kachelmann vielen als Täter, obwohl er die Tat vehement bestritt. Wer aber in diesem Verfahren die Wahrheit sagt und wer lügt, wird vielleicht nie geklärt werden können. In wochenlangen Recherchen haben die SPIEGEL-Redakteure Jürgen Dahlkamp, 45, Simone Kaiser, 31, und Barbara Schmid, 53, herausgefunden, dass die Beweislage gegen Kachelmann, so Schmid, »nicht so stark ist, wie bisher vermutet wurde«. Unabhängig von der Schuldfrage gebe es, sagt die Redakteurin, »schon jetzt zwei Verlierer«. Sowohl das Leben des Moderators als auch das seiner früheren Freundin sei »schwer belastet, wenn nicht gar zerstört« (Seite 58).

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