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USA Käufliche Parlamentarier

aus DER SPIEGEL 8/1997

Die private Finanzierung ihrer Wahlkämpfe zwingt Amerikas Volksvertreter zu Dankbarkeit gegenüber den Spendern. Eine Studie des Washingtoner Center for Responsive Politics hat jetzt das Abstimmungsverhalten von Abgeordneten während der vergangenen Legislaturperiode untersucht: Dabei wird die Abhängigkeit der Parlamentarier von Gaben der Industrie deutlich. Die 61 Senatoren zum Beispiel, die eine Beibehaltung staatlicher Subventionen für die Zuckerproduktion befürworteten, erhielten durchschnittlich 13 500 Dollar von der Zuckerindustrie; die 35 Senatoren, die dagegen stimmten, nur 1500. Im Repräsentantenhaus fallen die Zuwendungen bescheidener aus: 213 Abgeordnete, die eine weitere halbe Milliarde Dollar für den B-2-Bomber bewilligten, hatten durchschnittlich 2100 Dollar Wahlkampfhilfe vom betroffenen Rüstungsunternehmen erhalten. Die 210 Abgeordneten, die mit Nein stimmten, mußten sich mit 100 Dollar bescheiden.

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