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GLOBALISIERUNG Kampagne gegen Kinderarbeit

aus DER SPIEGEL 4/2007

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) widersetzt sich einer Gesetzesnovelle aus dem Bundeswirtschaftsministerium, wonach soziale Aspekte bei der Vergabe öffentlicher Aufträge keine Rolle spielen. Die Ministerin fordert dagegen, dass Bund, Länder und Kommunen beim Einkauf von Materialien und Dienstleistungen künftig nicht nur auf den Preis achten sollen, sondern auch darauf, ob die Anbieter soziale und ökologische Mindestnormen erfüllen. Wieczorek-Zeul: »Es geht um die Einhaltung internationaler Arbeitsnormen und um unsere Glaubwürdigkeit.« Setzt sich Wieczorek-Zeul gegen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) durch, könnten Kommunen etwa von Baumaterial-Lieferanten einen Nachweis verlangen, dass ihre Produkte ohne ausbeuterische Kinder- oder Zwangsarbeit hergestellt wurden. Besonders Natursteine, die etwa für Gehwege verwandt werden, stammen häufig aus indischen Steinbrüchen, in denen Kinder als sogenannte Schuldknechte arbeiten. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat ebenfalls gegen Glos' Gesetzesnovelle protestiert. Er will bei öffentlichen Vergaben künftig auch Umweltstandards berücksichtigt sehen. Der Streit soll Ende Januar in einem Gespräch zwischen den beteiligten Ressorts beigelegt werden.

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