Zur Ausgabe
Artikel 50 / 111
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

BRASILIEN Kampf um das Amazonas-Gold

aus DER SPIEGEL 49/2002

Im Amazonasgebiet droht ein Krieg der Goldsucher um die Ausbeutung der sagenhaften Mine von Serra Pelada. Drei verfeindete Gruppen von insgesamt 11 000 »garimpeiros«, wie die Goldsucher genannt werden, streiten seit Monaten um die Schürfrechte. Vorletzte Woche besetzte das Militär vorübergehend das Gelände, um eine Revolte zu verhindern. Der Konflikt war eskaliert, nachdem vor zwei Wochen der Präsident der Goldsucher-Gewerkschaft, Antônio Lemos, ermordet worden war. Lemos hatte eine Liste von 43 000 Garimpeiros aufgestellt, die angeblich Schürfrechte besitzen, obwohl die umstrittenen Claims offiziell der Minengesellschaft Vale do Rio Doce gehören. Außerdem setzte Lemos sich für eine finanzielle Entschädigung der Goldsucher ein. Sie hatten in den achtziger Jahren große Mengen des Edelmetalls Palladium an die Regierung geliefert, waren aber nie bezahlt worden. Die Serra Pelada war bis Anfang der achtziger Jahre die größte Goldmine des Landes, zeitweise schufteten dort über 50 000 Garimpeiros aus allen Teilen des Landes unter unmenschlichen Bedingungen. In den neunziger Jahren galt die Mine als erschöpft, da tief liegende Restvorkommen nur mit schwerem Gerät geborgen werden können. Gerüchte über neue Goldvorkommen von insgesamt hundert Tonnen haben jetzt erneut einen Boom ausgelöst.

Zur Ausgabe
Artikel 50 / 111
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.