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KANZLERS MACHTKARTELL

Wie bleibt man Bundeskanzler? Helmut Kohl hat seine Macht über Jahre mit Seilschaften, Günstlingen und Abhängigkeiten gesichert. Der CDU-Chef herrscht mit Strenge, er bestraft und belohnt. Medien-Mächtige trommeln für ihn, Manager machen Stimmung für ihn. Das System Kohl scheint unangreifbar.
aus DER SPIEGEL 31/1994

In seinen letzten Amtstagen packte Richard von Weizsäcker noch einmal der ganz große Zorn auf Helmut Kohl.

Was sich der Kanzler geleistet habe, polterte der Bundespräsident vor Mitarbeitern, das sei »weit weniger harmlos« als alles, was sich Max Streibl bei seinen heimlichen Amigo-Trips auf Kosten bayerischer Industrieller habe zuschulden kommen lassen.

Weizsäcker regte sich auf über den Nassauer-Ausflug des Kanzlers zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Chicago. Kohl hatte 80 persönliche Gäste zum Mitflug eingeladen und sich deren Tickets dann von Sat 1 bezahlen lassen, dem Fernsehsender des Kanzler-Freundes Leo Kirch und des Axel Springer Verlags.

So etwas gehöre sich nicht, tadelte der Stilmensch Weizsäcker. Die Schnorrerei schaffe Abhängigkeiten von einem Konzern, auf die sich ein deutscher Regierungschef im Interesse der Demokratie nicht einlassen dürfe.

Das sieht nicht nur der frühere Präsident so. Doch wo Helmut Kohl das Regiment führt, gelten andere Regeln und Gebräuche.

Der Kanzler kann sich mittlerweile fast alles erlauben. In zwölf Jahren Amtszeit hat Kohl es geschafft, die Bürger so sehr an seinen politischen Stil, seinen Anblick, seine massive Präsenz zu gewöhnen, daß es den meisten ganz selbstverständlich erscheint, von dem Pfälzer regiert zu werden.

Es kann passieren, was will: Der Machtmensch aus Oggersheim, so scheint es, ist aus dem Kanzleramt in Bonn nicht mehr wegzudenken: Nach Umfragen zieht ihn zur Zeit die deutliche Mehrheit der Deutschen dem sozialdemokratischen Herausforderer Rudolf Scharping vor.

Kaum jemand kann sich die Zeit nach Kohl vorstellen - auch Deutschlands Topmanager nicht, deren Verhältnis zum Kanzler nicht immer ungetrübt ist. Im Wirtschaftsmagazin Capital meinten knapp zwei Drittel der befragten Führungskräfte, nach der Bundestagswahl werde die konservativ-liberale Koalition wieder die Mehrheit haben. Nur 18 Prozent setzen auf eine Große Koalition. Rot-Grün halten gar nur 8 Prozent der Topmanager für wahrscheinlich.

Die Krise, in die das frisch vereinte Deutschland unter seiner Verantwortung geraten war, hat der selbstbewußte Bonner Machthaber offenbar schadlos überstanden.

Sechs Millionen Arbeitsplätze fehlen - kein Thema für Kohl in seiner stürmisch gefeierten Grundsatzrede auf dem Hamburger CDU-Parteitag im Februar, selbst die unionsfreundliche Wirtschaftswoche staunte: »Die Arbeitslosigkeit in Deutschland war Helmut Kohl nur einen Satz von 15 Sekunden Länge wert.«

Der Staat hat bald zwei Billionen Mark Schulden - 25 000 Mark pro Kopf der Bevölkerung. Steuern und Abgaben belasten die Bürger immer stärker. Aber Schönwetterredner Kohl erregt sich über »diese miese Stimmung, die ja in sich verlogen ist«.

Ausflüchte allenthalben. »Das wollen wir einmal klargestellt haben«, erklärt Kohl ungeniert, wenn es schlecht läuft, »daß der Bundeskanzler für die Arbeitsplätze in der Industrie nicht die Hauptverantwortung trägt.«

Umgekehrt schon. Als vor Monaten die ersten Aufschwung-Prognosen eintrafen, ließ der Kanzler eine Optimismus-Kampagne anrollen - denn daß am Aufschwung »die Politik einen wesentlichen Anteil hat, steht außer Frage«, verkündete er im Fernsehen.

Der Pfälzer hat mal wieder den richtigen Ton getroffen. Die Stimmung wandelte sich zugunsten Kohls und gegen Rudolf Scharping. Das politische Überlebensgenie meldete sich zurück: »Das Ziel ist Sieg und nicht Platz.«

Eben noch neigte sich die Ära Kohl scheinbar unwiderruflich dem Ende zu. Scharping lag in der Wählergunst weit vorn. Jetzt steht der CDU-Chef wieder unumstritten an der Spitze. Seine Kompetenz und Entschlußkraft schätzen die Wähler so hoch wie kaum je zuvor (siehe Grafik Seite 32).

»Die Ära ist nicht zu Ende«, rief der Phönix aus der Pfalz den Bonner Journalisten triumphierend zu. Was ist da passiert?

Die paar Fehler Scharpings, der bei der Abgabenlast mal Brutto mit Netto verwechselte oder seiner Partei ein Tempolimit verweigerte, können es nicht gewesen sein. Das aus Not geborene rot-grüne Experiment von Magdeburg taugt zur angestrengten Dramatisierung des Wahlkampfes, zu mehr aber auch nicht. Nach dem Wunder der Einheit schon wieder ein Mirakel auf deutschem Boden?

Da passiert kein Wunder. Gewiß, Kohl hat Glück, aber er befördert es auch. Dem Zufall überläßt er nichts. Hinter seinem Erfolg steckt System - und das System beherrscht nur einer: Kohl.

Der CDU-Chef spielt hinter der Maske des Biedermanns skrupellos mit Beziehungen, weiß sich einflußreiche Helfer zu verpflichten und Konkurrenten zahm zu halten. Alle stehen im Dienst der Macht-Maschine im Kanzleramt. Motto: Was gut ist für Kohl, ist auch gut fürs Land.

Für seine Wiederwahl macht er sich alles dienstbar, was sich dienstbar machen läßt. Der amerikanische Präsident Bill Clinton tat ihm den Gefallen, Deutschland zu besuchen, und pries hilfreich Kohls »Fähigkeit zur Führung«. Die Rede auf die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 reklamierte Kohl für sich; Bundespräsident Roman Herzog (seine »erste große Bewährungsprobe") wollte sie auch halten, zog sich aber folgsam zurück. Die Präsidentschaft in der EU bringt für den dienstältesten Regierungschef Westeuropas publikumswirksame Termine gleich in Serie. Der Truppenabzug der Besatzungsmächte aus Berlin im Hochsommer - Fernsehzeit mitten im beginnenden Wahlkampf.

Wie der liebe Gott von Bonn entscheidet Kohl über Chancen, Hoffnungen und Karrieren. Er kürt Kandidaten für höchste Ämter - und läßt sie wieder fallen. Mit dem Schaden müssen sie allein leben: die Präsidentschaftskandidaten Steffen Heitmann und Johannes Rau, der Belgier Jean-Luc Dehaene, den Kohl als EU-Kommissionspräsidenten durchdrücken wollte.

Der Kanzler hat sich die CSU botmäßig und die ehedem unberechenbaren Liberalen abhängig gemacht. Die Fernsehanstalten, private wie öffentlichrechtliche, kuschen vor ihm. Sein langer Arm reicht in die Schaltstellen von Industrie und Mittelstand. Vereine und Verbände sind dem Christdemokraten über persönliche Kontakte verbunden.

Ein Heer von heimlichen und mächtigen Helfern sorgt dafür, daß der Wahlkampf des Kanzlers zur Erfolgstour wird. Kohl kann bei Auftritten in Wirtschaft und Verbänden ein Heimspiel nach dem anderen absolvieren - vor allem aber im Fernsehen.

Beim ZDF war er viele Jahre Verwaltungsratsvorsitzender, der Sender hört buchstäblich auf sein Kommando. Bei der ARD amtieren rund um den Hessischen Rundfunk garantiert unionstreue Intendanten - in Stuttgart, Baden-Baden, München und Leipzig. Und beim Privatfernsehen erntet Kohl die Früchte des von ihm begonnenen Aufbaus, die sich die SPD einst entgehen ließ.

Von Bill Clinton und Francois Mitterrand haben Kohl und seine Helfer abgeguckt, wie sich ein Politiker über den Bildschirm direkt ans Volk wendet und sich kritischen Journalistenfragen möglichst gar nicht erst stellt.

Kohl will nicht überzeugen, er will verführen, wie vor Clinton schon Ronald Reagan. Er diskutiert nicht über Probleme - das überläßt er der Opposition und nennt es dann »Miesmacherei«.

Der Kanzler zieht lieber Erwartungen, Stimmungen, Sehnsüchte auf sich und bietet den enttäuschungssatten Leuten einen unpolitischen Hoffnungswahlkampf - »der Aufschwung in der Tendenz da«, »die blühenden Landschaften« im Osten »ja in vielen Bereichen wirklich im Entstehen«.

Seit Kohl nach der Stimmungsflaute der Rezession wieder Tritt gefaßt hat, stürmt er mit der Wucht seiner Zweieinhalb-Zentner-Physis vorwärts. Plötzlich, nach der abgeblasenen Kanzlerdämmerung, sind die Metaphern vom gestandenen »Mannsbild«, vom »Baum« und »Fels« alle wieder da - Theo Waigel bot sie in einem Atemzug auf.

Vor Kohls Schulterschlag ist niemand sicher. Händchenhaltend zieht er seinen Freund Francois Mitterrand ebenso hinter sich her wie den Studentenkiller Li Peng aus Peking - was schert ihn, da es um Milliardenaufträge geht, die Moral.

Das System Kohl ist geprägt von des Kanzlers ungewöhnlichem Willen zur Macht. Er sei jetzt ein »präsidentieller Bundeskanzler«, sagt sein ehemaliger Generalsekretär Volker Rühe.

Im Zentrum des Systems steht die Partei - und im Zentrum der Partei der Chef. Die Parteiräson beherrscht Kohls ganzes Denken.

Je höher er stieg, immer umgeben von Getreuen und mit dem sicheren Blick für Machtgewinn, desto unnachgiebiger forderte er von seiner Gefolgschaft für sich selbst Loyalität - und noch ein bißchen mehr: Gehorsam. Wer sich diesem Gesetz nicht beugte, den traf der Bannstrahl des Parteichefs: Kurt Biedenkopf, Heiner Geißler, Lothar Späth, Rita Süssmuth.

So wurde Helmut Kohl, der Sohn eines katholischen, nationalliberalen Finanzbeamten, der erste lupenreine Repräsentant der deutschen Kleinbürger-Demokratie westeuropäischen Typs. Kanzler wie Konrad Adenauer oder Willy Brandt stammten noch aus bürgerlichen und proletarischen Milieus vergangener Zeiten.

Der Oggersheimer hat mit seiner Saumagen-Diplomatie die politische Kultur geprägt. Daß sich die Staatsmänner nun alle duzen oder mit Vornamen anreden, wunderte sich Willy Brandt kurz vor seinem Tod, das habe es zu seiner Zeit nicht gegeben. Mit ihren gegenseitigen schnellen Frühstücksbesuchen, ihren Telefonaten und kurzatmigen Entscheidungskonferenzen haben Kohl und seine hochrangigen Duzfreunde viele Aufgaben der klassischen Diplomatie an sich gezogen.

Kohl, der Meister des distanzlosen Du, liebt die Zweiergespräche mit ihrer kaum unterscheidbaren Mischung von Öffentlichem und Privatem. Er hat wesentlich zur Personalisierung der internationalen Politik beigetragen, weil er im jovialen Dialog seine Schwächen, wie fehlende Präzision und Fundiertheit, überspielen kann.

Der Kohl-Stil hat schon Geschichte gemacht. Selbst seine Gegner räumen ein, daß die schnelle Wiedervereinigung Deutschlands, die Konzessionen der Russen wie der Westeuropäer, wesentlich das Ergebnis der weltpolitischen Mauscheleien des Kanzlers waren.

Die Defizite an Brillanz und Ausstrahlung zwingen den Machtpolitiker Kohl, seine Stärke in einer anderen Disziplin auszuspielen: in der Fähigkeit, weitverzweigte Beziehungen im Lande zu pflegen, die er mit immer neuer Leidenschaft, oft mit konspirativem Anstrich, betreibt. So sichert und beherrscht er seine Einflußzonen in Partei, Wirtschaft und im gesellschaftlichen Leben.

Das System Kohl ist umfassend. Selbst beim Deutschen Fußball-Bund hat der CDU-Chef seinen Klüngel, und der nationale Fußballwart Berti Vogts ist ein bekennender Kohl-Fan.

Kein demokratischer deutscher Regierungschef handhabte zuvor mit ähnlicher Virtuosität und Vehemenz ein so dichtes Kontaktnetz von persönlichen Bekanntschaften und gezielten Telefonaten, freundlichen Aufmerksamkeiten und mißtrauischer Kontrolle.

»Der Mann kann telefonieren, das ist eine Gnade«, erinnert sich Kurt Biedenkopf. Dank seiner guten Personenkenntnis und seinem phänomenalen Gedächtnis verfüge der Kanzler über »ein komplettes personelles Kommunikationssystem, das die wichtigsten Eliten dieses Landes umfaßt«, urteilt Biedenkopf, der zu selbstbewußt und eigenständig war, um von Kohl länger geduldet zu werden.

Helmut Kohl ist zum wandelnden Zentrum eines Macht- und Einflußsystems von ungeahnter Reichweite geworden. Am nächsten steht ihm - unter ihm - noch Wolfgang Schäuble.

Der Fraktionschef, faktisch Vizekanzler, bewährt sich zum eigenen Vorteil als Verteidiger gegen jedwede Attacke aus den eigenen Reihen auf Kohl. Schäuble will sich die Nachfolge, die ihm Kohl wolkig versprochen hat, nicht mehr streitig machen lassen.

Doch seine Loyalität hindert den Mann im Rollstuhl nicht, sich zuweilen über den massigen Kanzler und dessen Unlust am Regierungsalltag lustig zu machen. Es sei »ungeheuer schwierig« und verursache »ungeheure politische Kosten«, führte Schäuble bei der Vorstellung seines neuen Buches aus, wenn man in diesem Lande etwas ändern wolle. Man habe das Gefühl, am besten sei es, nichts zu ändern. Und daß man, je weniger man als Regierungschef an Änderungen durchsetzt, »um so größere Zustimmung erhält«. Der Kanzler saß dabei und lächelte süßsauer.

Auch Verteidigungsminister Rühe stichelt: »Kohl ist total in der Abteilung Verkauf tätig. Die Abteilung Produktion leitet inzwischen ein anderer.« Von Rühe gefragt, warum Kohl die Macht derart liebe, daß er Kanzler bleiben wolle, antwortete Schäuble im breiten Badener Idiom: »Er isches halt so gern.«

Da der Kanzler niemandem ganz vertraut, unterhält er ein Netz von Zuträgern. Will er nicht nur Schäubles Urteil hören, wie die Stimmung in der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion ist, spricht er mit V-Leuten in seiner Fraktion, zu denen die Abgeordneten Johannes Gerster, Theo Magin, Wilhelm Rawe, Brigitte Baumeister gehören.

Auch bei der CSU verläßt er sich möglichst nie auf nur eine Quelle. Zwar hat der CDU-Regent sich CSU-Chef Waigel verpflichtet, weil er ihm im bayerischen Machtkampf mit Edmund Stoiber beisprang. Aber im Rundruf sind für ihn auch Konfidenten wie Kultusminister Hans Zehetmair, Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer und Landtags-Fraktionschef Alois Glück erreichbar.

Über Kohls eigene Partei wacht ein ganzer Nachrichtendienst. Die Agenten - ein halbes Dutzend Mitarbeiter des Konrad-Adenauer-Hauses und der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung - sitzen bei Landes- oder Kreisparteitagen landauf, landab in den hinteren Reihen. Sie führen Protokoll bei Tagungen der Jungen Union, der Frauen-Union oder des Wirtschaftsrates.

Per Fax und Telefon gehen die Berichte an das Büro des Vorsitzenden in Bonn. Der kann dann durch Anrufe die Parteifreunde mit Detailkenntnissen verblüffen und den Mythos vom allwissenden Parteichef nähren.

Oft greife Kohl »selbst zum Telefonhörer, um sich an Ort und Stelle beim Kreisgeschäftsführer, bei Mandatsträgern, bei Kandidaten oder Landesgeschäftsführern direkt zu erkundigen«, erzählt der frühere Bundesgeschäftsführer Peter Radunski, mittlerweile Senator für Bundesangelegenheiten in Berlin. Viele warteten »gar nicht erst seine Anfrage ab, sondern geben selbst regelmäßig Hinweise über die Stimmung in der Partei«.

Die Macht-Maschine läuft so gut, weil ein Kanzler viel zu verteilen hat: ein Amt hier, einen Posten da, Gratifikationen für Gefallene, einen günstigen Startplatz für Aufsteiger.

Kein Wunder, daß das Frühwarnsystem rechtzeitig ausschlägt. Kohl muß oft gar nicht öffentlich eingreifen. Das geht wie von selbst.

Über die Hälfte aller Parteitagsdelegierten und Bundestagsabgeordneten der CDU, schätzte der Soziologe Ralf Dahrendorf einmal, seien Kohl für persönliche Förderung zu Dank verpflichtet. Eine ähnlich ausgeprägte Zentralgewalt ist in keiner der anderen Parteien zu finden.

Frühzeitig bekam der Vorsitzende gesteckt, daß die rheinland-pfälzische CDU den Verbannten Geißler zum Spitzenmann machen wollte. Nicht der Kohl-Feind, sondern der Kohl-Freund Gerster ist nun Vorsitzender in Mainz.

Steckten Rita Süssmuth und einige kritische Geister im vergangenen Jahr mal wieder die Köpfe zusammen, Kohl erfuhr es. Weil er die populäre Bundestagspräsidentin für den Stimmenfang bei den Frauen braucht, unterblieb die eigentlich fällige Strafaktion.

Über Kohls persönliche Kriterien hat sich Forschungsminister Paul Krüger wohl nicht rechtzeitig informiert. In einen Technologierat mit Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft wollte der nette Ostdeutsche auch Lothar Späth berufen, der mittlerweile Vorstandschef von Jenoptik ist. Daraus wurde nichts. Kohl strich den Namen von der Liste. Er hat nie vergessen, daß Späth 1989 zum - dann abgeblasenen - Putsch gegen den Chef ansetzte.

Kohl hört alles, sieht alles und vergißt nichts. Über sein gutsortiertes Gedächtnis gibt er gern Auskunft.

In einem ZDF-Gespräch erklärte der Kanzler Ende 1992: »Wenn ich nachtragend wäre, müßte ich ja ein Adreßbuch in der Größenordnung vom Berliner Telefonbuch mit mir rumtragen.« Wenn er aber von jemandem in seinem »persönlichen Umfeld« den »Eindruck habe, der hat mich verraten«, dann, so bestätigte Kohl nachtragend, wolle er »mit dem nichts mehr zu tun haben«.

Sein »persönliches Umfeld« dehnt Kohl dabei immer weiter aus, und er kann es ungestraft. Die CSU ist in der Nach-Strauß-Ära so gefügig, wie sie nie sein wollte. Die FDP, ohne die Galionsfigur Hans-Dietrich Genscher, läßt ängstlich alle listenreichen Doppelspiele sein. Klaus Kinkel unterwirft sich seinem Kanzler fast schon reflexhaft.

So kritisierte Kohl heftig eine im Juni geplante China-Reise des Liberalen: Kinkel solle gefälligst zu Hause bleiben und für seine angeschlagene Partei in den Wahlkampf ziehen. Der Juniorpartner parierte und sagte die Reise ab. Vorgeschobene Begründung: Die schwere Krankheit seines Vaters erfordere seine Anwesenheit in der Heimat.

Der Privatsender Sat 1 erfuhr vom Machtwort und verbreitete vorab an Redaktionen die Meldung von Kinkels Unterwerfung Mitte Juni: »Die Absage . . . fand auf Drängen von Bundeskanzler Helmut Kohl statt.«

Kanzleramt und FDP dementierten wahrheitswidrig - und die zu diesem Zeitpunkt von Sat 1 noch nicht gesendete Meldung wurde zurückgezogen. Das System funktionierte; niemand im Haussender des Kanzler-Freundes Kirch würde es wagen, sich ernsthaft mit dem Unionsregenten anzulegen.

Am Bundeskabinett, wo der Kanzler eigentlich seine Richtlinien-Kompetenz entfalten soll, gehen die wirklich wichtigen Entscheidungen vorbei. Das von Kohl geliebte Mauscheln, das Verschleiern, wer was gegen wen durchgesetzt hat, läßt sich im Küchenkabinett und im informellen Insider-Zirkel der Partei- und Fraktionschefs am besten durchsetzen. Wie die Partei die Quelle, so ist die Koalitionsrunde die Schleuse der Bonner Macht.

Den Routineablauf einer Kabinettssitzung der Regierung schildert ein CSU-Minister so: »Es heißt nur noch: ,Punkt eins, Punkt zwo, gibt es noch Einwände? Wenn nicht, so beschlossen.'« Hält ein Minister mal einen Vortrag, »dann rutscht Kohl schon bald auf seinem Stuhl hin und her, und alle merken, der will keine weiteren Wortmeldungen. Und die unterbleiben dann auch«.

Auch auf diese Weise entwand der Regierungschef der FDP einen Teil ihrer Regierungsmacht. So zog er die Zuständigkeit für das wirtschaftliche Wohlergehen an sich und schob Wirtschaftsminister Günter Rexrodt beiseite. Wie üblich lief die Aktion über Atmosphärisches: Der Kanzler versprach, es werde schon wieder aufwärtsgehen, als die Konjunkturdaten noch tief im Keller waren.

»Wenn das Frühjahr kommt, kippt die Stimmung, steigt das Lebensgefühl«, sagte Kohl voraus. Die Leute seien es leid, daß alles zum schlechten stehe. Er werde auf Optimismus und Aufschwung setzen, und wenn es dann tatsächlich aufwärtsgehe, werde er als der Garant besserer Zeiten dastehen: »Im Frühjahr wird gesät, im Herbst geerntet.«

So kurbelte der Werbestratege schon im vergangenen Spätsommer über das Fernsehen »die Standortdiskussion Deutschland« an und erklärte sich zum Ansprechpartner für »die Gewerkschaften, Parteien oder die Wirtschaft«. Zugleich okkupierte er alle Anschlußthemen - Wirtschafts- und Forschungspolitik, Bildung und Ausbildung, Gesundheitsreform, Sozialfragen, Arbeitsmarktpolitik, »das Baugeschehen«.

Zu allem hatte er fortan etwas zu sagen, organisierte Konferenzen, die weitgehend folgenlos blieben, und präsentierte sich Deutschland, wie er sich am liebsten sieht: als der Doktor Allwissend der Nation.

Assistiert von dem Karriere-Diplomaten Joachim Bitterlich, Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt, führt Kohl am FDP-Minister Klaus Kinkel vorbei in der Außenpolitik Regie - etwa bei Kontakten zu den Weltmächten oder den europäischen Partnern. Voller Ingrimm beobachtet Ruheständler Genscher: »Das läuft nach der Melodie, ,laßt uns das nicht über die Außenämter machen, sondern im direkten Kanal'. Das Kanzleramt dehnt sich aus.«

Der Kanzler agiert weltweit. »Genauso habe ich mir das Leben eines russischen Präsidenten vorgestellt«, rief Kohl aus, als er an Bord der Luxusjacht von Boris Jelzin kletterte, er sei nur ein »deutscher Arbeitssklave«. Den Russen-Kumpel faßt er an, zieht ihn am Jackett.

In Konferenzen mit US-Präsident Clinton merkte Kohl rasch, daß der, anders als einst Ronald Reagan, das Abhaken von Themen anhand vorgegebener Sprechzettel nicht mag. Also schiebt Kohl alles Geschriebene beiseite und kommt auf das ihm Wesentliche.

Als Clinton mitten in seiner Whitewater-Affäre steckte, klingelte der Deutsche an und ermunterte ihn zum Durchhalten: »Das haben wir alles auch schon erlebt.« So was kommt gut an.

Ähnlich kumpelhaft vermag der Pfälzer mit einer anderen Sorte von Partnern allerdings nicht umzuspringen. Zu den drahtig daherkommenden, straff redenden, manchmal ironischen Topmanagern von Banken und Konzernen, natürlichen Verbündeten der Ludwig-Erhard-Partei, pflegt der ausladende Genußmensch im Kanzleramt ein zwiespältiges Verhältnis (und die zu ihm).

Daß die schicken Herren einst am schneidigen Weltökonom Helmut Schmidt Gefallen fanden und manche sich politisch neutral geben, um auch mit SPD-Landesregierungen zurechtzukommen, vergißt er diesen - wie er grimmt - »politischen Eunuchen« nicht. Den einen und anderen schmäht er sogar als »Leiche auf Urlaub«.

»Den genannten Herren«, wie er sie mokant nennt, lastet Kohl an, »daß wir zu hohe Löhne haben, daß Deutschland in den Kosten zu teuer geworden ist«. Daß Kohl die Tarifverträge im Osten mit seiner Hoffnungsstrategie hochgejubelt hat, vergessen ihm wiederum die Herren nicht.

Trotz dieser atmosphärischen Störungen weiß im Zweifel natürlich auch Kohl, was er der Wirtschaft schuldig ist: freie Fahrt auf den Autobahnen für die deutsche Autoindustrie, Bahn frei für den Transrapid. Mit vielen kleinen Gesetzesänderungen verschaffte die Kohl-Regierung den Selbständigen, Mittelständlern und Industriellen große Vorteile.

Wichtige Vorhaben erklärt der allzuständige Kohl zur Chefsache: das Ladenschlußgesetz, den Transrapid, die Rettung des Chemiestandorts Leuna, die Schließung der im Westen unerwünschten Kaliwerke Bischofferode, einer BASF-Tochter. Das Kanzleramt überwacht die Entscheidungen zur Förderung von Industrievorhaben und politisiert damit große Teile der Wirtschaft.

Fast wöchentlich reiste Johannes Ludewig, Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung des Kanzleramtes, als »Beauftragter des Bundeskanzlers« zu Großprojekten in die neuen Länder. Die ersten Kanzlerauftritte im deutschen Osten, wohin er sich nach seinen leeren Versprechungen des Wahlkampfes 1990 lange nicht gewagt hatte, bestätigten dann die guten Nachrichten des Spähers Ludewig. Die Einheitsgewinner begannen Kohl wieder zuzujubeln.

Kohls Beziehungen zur Pharmaindustrie sind besonders eng, weil er, als Student zeitweise Steinschleifer bei der BASF, vom Ludwigshafener Chemieriesen seine ersten politischen Handreichungen erhielt. 1959 wurde er Referent beim rheinland-pfälzischen Landesverband der Chemischen Industrie in Ludwigshafen, lernte dort die Kniffe der Organisation kennen und konnte sich immer mehr um die Politik kümmern.

Als Kanzler hatte er dann stets Zeit für den damaligen Hauptgeschäftsführer des Chemieverbands, Wolfgang Munde, der den Regierungschef, dessen Referentin Juliane Weber und Planungschef Eduard Ackermann in beste Restaurants in Bonn und Umgebung einlud. Munde war auch der Sammler für die Parteispenden der Branche.

Diesen Typus von Wirtschaftsleuten, flexible Verbandsmanager, diplomatische Verwaltungsjuristen, schätzt Kohl höher ein als die meisten Herren aus den Chefetagen. Schließlich hat er etliche der Lobby-Vorleute selbst auf Geschäftsführerjobs postiert, um auch beim Wechsel der Verbandspräsidenten konstant informiert zu bleiben.

Dazu gehört Franz Schoser vom Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT). Er darf CDU-Programme mitformulieren und verklickert seiner Wirtschaftsklientel die Gründe, warum Kohl - der öffentlichen Optik wegen - die rüden Attacken von DIHT-Präsident Hans Peter Stihl gegen den Sozialstaat zurückweisen muß. Der Fabrikant hatte nur drastischer formuliert, was auch Kohl gegen die soziale Gießkanne einzuwenden hat.

Stihl, der früher Kohl gelegentlich wegen der Bonner »Entscheidungsunlust« angriff, leistet mittlerweile wieder pünktlich Wahlkampfhilfe für den Kanzler. Er war an der Aufschwungkampagne maßgeblich beteiligt.

Mit der Verbreitung optimistischer Wirtschaftsziffern hilft ebenso Horst Köhler vom Sparkassen- und Giro-Verband nach, einer aus Kohls Staatssekretärsriege, zu der auch Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer zählte. Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium war Ludolf von Wartenberg, seit 1990 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

BDI-Präsident Tyll Necker, ein geistreicher Querdenker, ist so frei, sich bisweilen über den groben Kohl zu mokieren. Doch er kennt die Grenzen, die seinem Vorgänger Heinrich Weiss vor zwei Jahren gezeigt wurden. Der Anlagenbauer und Liebhaber schneller Autos hatte Kritik an seinem Parteichef Kohl allzu sorglos geübt. Weiss wurde vom Kanzler geschmäht, er habe nur »Ferraris und Bimbes (Pfälzisch für Geld) im Kopf«, und von Wartenberg aus dem BDI hinausintrigiert.

Kohls mächtigster Verbündeter unter den Großen der Wirtschaft aber ist der Münchner Medien-Multi Leo Kirch. Das ist der Gewährsmann für Kohls Erfolg beim Volk.

Nach der Fasson des Filmhändlers, gut katholisch und Kohl politisch zugetan, wurde in der Mainzer Staatskanzlei, von Kohl-Nachfolger Bernhard Vogel, der TV-Sender Sat 1 konzipiert. Kohls Fußballreise in die USA war, so gesehen, eine Art Erfolgshonorar.

Mittlerweile hat sich Grossist Kirch, der auch bei Pro 7, Kabelkanal und Premiere mitmischt, mit dem ultrakonservativen Metro-Milliardär Otto Beisheim verbündet, der nun ebenfalls im Filmhandel und als Teilhaber des Kabelkanals tätig ist. Das Bündnis habe Kohl, behaupten TV-Insider, über seinen Intimus Jens Odewald eingefädelt, Chef von Beisheims Kaufhof-Gruppe.

Kirch ist auch beim konservativen Axel Springer Verlag beteiligt, wo sich Kohl schon früher erfolgreich in die ihm politisch genehme Besetzung der Verlagsspitze eingemischt hat. Persönlich setzte er sich für Aktionär Kirch bei Verlegerwitwe Friede Springer ein; inzwischen ist Kirch bei Springer auf dem Weg zur Mehrheit.

Mit Springers Bild, Sat 1 und den illustrierten Blättern des Burda-Verlags, von Focus bis zur Bunten, hat Kohl einen bürgerlich-konservativen Medienblock beieinander, der im Wahlkampf für die rechte Stimmung sorgt.

Schon die geringste Anzüglichkeit oder Ironie führt zu Verstimmungen, Bild-Hofberichterstatter Mainhardt Graf Nayhauß wird deshalb nicht mehr zu Kanzlerreisen eingeladen. Der willfährige Bild-Reporter Kai Diekmann darf mitfahren. Focus-Chef und Kohl-Verehrer Helmut Markwort, dem Kanzler schon in Sat-1-Interviews mit Stichworten zu Diensten, war auf Kohls Sat-1-Tour nach Chicago dabei.

Ausgewählte Günstlinge wie Manfred Geist, Redaktionsdirektor von Welt und Welt am Sonntag, oder Sat-1-Informationsdirektor Heinz Klaus Mertes werden mit Abendessen im Kanzlerbungalow beehrt. Eine ganze Kohl-Crew im Kanzleramt betreut befreundete Journalisten.

Kohls Allgegenwart hat dabei gelegentlich etwas Groteskes. So war er sich nicht zu schade, sich über eine - von Bild wiedergegebene - Äußerung der Schauspielerin Uschi Glas aufzuregen: Wie sie denn ihre Kinder zur Ehrlichkeit erziehen solle, wenn Politiker lügen und betrügen? Der Dame müsse mal Bescheid gestoßen werden, tönte der Kanzler in seinem Geheimzirkel, die Politiker müßten aufstehen und mit so jemandem Tacheles reden.

Derlei Interventionen aus dem innersten Zirkel der Macht sind als Standard der Wahlkampagne gedacht. »Wir fahren voll auf die Emo-Schiene«, erklärt ein Kohl-Berater. Wahlwerbung auf möglichst niedrigem Niveau, Politik als unterhaltendes »Infotainment«, kein Streit in der Sache, um nirgends anzuecken - das war das Ergebnis der Strategiegespräche, zu denen Kohl Ende vorigen Jahres seine engsten Ratgeber zusammengerufen hatte.

Zeitungsannoncen? Plakate? Parteien-Sendungen zur Wahl? Quälende Journalistenfragen? Alles altmodischer Kram. Über das Fernsehen breitet sich der Kanzler im Volke aus, am liebsten in den Nachrichten. Möglichst einmal in der Tagesschau zu erscheinen, das weiß er von den Meinungsforschern, sei das Allerhöchste.

Wer sich in diesen Wochen durch die Programme zappt, stößt unvermeidlich auf Kohl. »Zur Sache, Kanzler« bis kurz vor der Bundestagswahl in Sat 1, jetzt ohne störende Presseleute, nur noch mit Zuschauern. Moderator Heinz Klaus Mertes dient als Wahlhelfer.

Die Sat-1-Sendeinhalte richtet Mertes heute ganz auf Kohl und Koalition aus. Der Mann mit der Mecki-Frisur, der den Kanzler betontermaßen für einen »großen Politiker« hält, plädiert für ein »konservatives Bündnis« zwischen Medien und Politik. Als Stichwortgeber der Quasselrunde »Zur Sache, Kanzler« ist Mertes zu treuen Diensten. Die Idee zur Sendung hatten Kirch-Leute vor zwei Jahren zusammen mit Kohl am Wolfgangsee entwickelt.

Bei den Volksliedern mit Eva Herman in der ARD ist Kohl dabei. Das ZDF spendiert beste Sendezeit, um ihn auf Zuschauerfragen antworten zu lassen.

In den Ferien, vom Urlaub am Wolfgangsee, wird der große Kommunikator auf ARD, ZDF, Sat 1 und »in einigen anderen Sendungen« (Kanzlerberater Eduard Ackermann) weiterhin über die Deutschen kommen.

Anfang März brachte RTL-Moderator Hans Meiser den Alleinunterhalter Kohl vor vielköpfiger Kulisse mit Fragerecht für Studiogäste auf den Bildschirm. Kohl redete alle Kritiker in Grund und Boden.

Kanzlerberater Ackermann konnte danach das Glück kaum fassen: »Die Anstalten drängeln sich bei uns, und wir sind aus der Rolle der Bittsteller heraus.«

Die Sendung erreichte die Traumquote von sechs Millionen Zuschauern. Kohl war plötzlich, ganz nach seinem Selbstverständnis, zum Showmaster aufgestiegen.

Das System Kohl hat es möglich gemacht: Der Oggersheimer Generalist, der einst unter seinem Mangel an Eloquenz und Charme so sehr litt, daß er vor jedem Fernsehauftritt »wochenlang Theater« machte (Ex-CDU-General Volker Rühe), hat sich zum Medienstar durchgewurstelt.

Der Mann, den sie Birne nannten, sei zur »Kultfigur« geworden, trumpft Kohls Medienberater Andreas Fritzenkötter auf. Kohl sei ein »Typ«, faszinierend für die Jüngeren, die »starke Schulter zum Anlehnen«.

Fritzenkötters Fazit: »Helmut Kohl ist die CDU.«

In der Partei macht dieser Befund manchen Sorge.

Wenn Helmut Kohl geht, hinterläßt er in seiner Partei ein dickes schwarzes Loch. Sein Erfolgsrezept war es schließlich, neben sich niemanden zu dulden und, so die Kohl-treue Frankfurter Allgemeine, alle »Konkurrenten mit der Frage an seine Partei auszuschalten, wen sie denn sonst an der Spitze sehen wollen«.

Der Kanzler, am Zenit seines Erfolgs, denkt schon an das Ende. Kohl will nicht eines Tages geschlagen abtreten müssen. Deshalb möchte er am liebsten in der Mitte der kommenden Legislaturperiode aus freien Stücken aufhören und das Amt an Schäuble weiterreichen.

Kohl redet auch schon darüber, am Rande von Kabinettssitzungen oder bei Zusammenkünften mit Wirtschaftsführern. 1998 werde der SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder heißen, gibt der Kanzler dann zum besten, ein gefährlicher Gegner. Er habe damit »glücklicherweise nichts mehr zu tun«.

Aber vielleicht überlebt ja das System seinen Erfinder.

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