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Karsten Voigt

aus DER SPIEGEL 39/1999

Karsten Voigt, 58, Amerika-Koordinator im Auswärtigen Amt, bekam es dieser Tage mit Spätfolgen der deutschen Wiedervereinigung zu tun. Auf seinem Schreibtisch in Berlin landete ein Telegramm, das sein Amtsvorgänger Werner Weidenfeld 1991 an einen Empfänger in Dresden geschickt hatte. Inhalt: Eine Einladung zu einer Podiumsdiskussion. Aus den diversen Aufklebern und handschriftlichen Vermerken von Zustellern versuchte Voigt das Schicksal des Irrläufers zu rekonstruieren. In Dresden war am Tag nach der Versendung in Bonn ein Zusteller erfolglos: »Name nicht an Klingeln. Klingeln im Haus erfolglos.« Ein zweiter Zusteller schließlich gab mit knapper Notiz alle Mühen auf: »Empf. unb. 17. 8. 91«, meldet der letzte Vermerk aus Dresden. Wo das Telegramm acht Jahre lang verschwand, bevor es nun wieder per normaler Briefzustellung in der Bonner Außenstelle des Auswärtigen Amtes landete, ist nicht ganz klar. Voigt sinniert nun über das Tempo der deutschen Vereinigung: »Gute Dinge brauchen manchmal länger.«

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