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Briefe

Kassenbeleg zur Kostenkontrolle
aus DER SPIEGEL 29/2001

Kassenbeleg zur Kostenkontrolle

Nr. 27/2001, Gesundheit: Das Kartell der Verschwender

Zugucken, wie alle Welt um den Kostenbrand herumschleicht wie die Katze um den heißen Brei, das macht doch immer wieder mächtig Laune. Da zerbricht man sich seit Jahrzehnten den Kopf, wie vielleicht eines Tages Heilungskosten irgendwie reduziert werden könnten - Maßnahmen zur Gesunderhaltung hingegen will man partout nicht hineinlassen ins überkommene »Werde erst mal krank, dann helfen wir dir«-Paradigma. Der SPIEGEL macht da leider keine Ausnahme: Brav zählt er auf, wie bei Heilung gespart werden könnte - so weit, so gut. Dass aber noch sehr viel mehr einzusparen wäre, würde Gesundheit gefördert werden (konservative Schätzungen gehen von einem jährlichen Einsparpotenzial von mindestens 300 Milliarden Mark allein in Deutschland aus) - darüber kein Wort.

FREIBURG JOCHEN F. UEBEL

Sie haben Recht. Jede zweite Röntgenaufnahme ist überflüssig - im Nachhinein!

SAARLOUIS DR. BERTHOLD GROß

Eine Verringerung der Zulassungszahlen für Ärzte ist sicherlich nicht zu vermeiden. Man sollte aber auch die Konsequenzen bedenken. Schon jetzt müssen Patienten mehrere Wochen auf einen Termin bei einem Facharzt warten. Viel wichtiger als das Ärzteproblem ist es allerdings, bei den Patienten (bei der ganzen Bevölkerung) ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass sie selbst mitverantwortlich sind für zu hohe Kosten. Zu leichtfertig wird den Ärzten der Schwarze Peter zugeschoben, auch wenn es natürlich einige negative Ausnahmen gibt. Sparen ist eine Kollektivmaßnahme und erfordert Opfer von allen.

JENA (THÜRINGEN) SASCHA HERRMANN

Sie erwähnen in Ihrem Artikel »Krankenbett als Nadelöhr« die Medizinischen Fakultäten in Greifswald und Magdeburg als »marode oder skurrile Standorte«. Zumindest die Studenten scheinen das nicht so zu sehen, denn die Magdeburger Medizinstudenten fanden sich bei den bundesweit einheitlichen schriftlichen ärztlichen Prüfungen mit ihren Leistungen durchweg auf den obersten Rängen. Auch bei der Studenten-Umfrage des vom SPIEGEL durchgeführten Uni-Rankings 1999 haben sich die erwähnten Fakultäten durchaus wacker geschlagen: 1. Rang Uni Magdeburg, 3. Rang Uni Greifswald.

MAGDEBURG (SACHS.-ANH.) PROF. K. H. NEUMANN UNIVERSITÄTSKLINIKUM

In jeder Gaststätte, in jedem Einzelhandelsgeschäft erhält der Kunde einen Kassenbeleg zur Kostenkontrolle. Warum erhalten die Kassenpatienten keine Kopie der Liquidationsrechnung der Ärzte? Laut Seehofer scheiterte dies bisher an den Kosten für die Briefe an die Patienten. Der Ärztefunktionär Montgomery bezifferte diese Kosten jüngst in einer Fernsehsendung mit circa 800 Millionen Mark per annum. Etwa 7 Milliarden Mark verpulvern gedankenlose Ärzte, weil sie teure Original-Präparate statt preiswerter Generika verordnen. Ein Skandal, der zeigt, dass das Gros der Ärzteschaft weder an Kontrolle der Rechnungen durch die Patienten noch ernsthaft an Einsparungen interessiert ist.

BAD KROZINGEN (BAD.-WÜRTT.) DR. GEORG BLEILE

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