Zur Ausgabe
Artikel 43 / 115

Tiere Katzentod im Sommer

aus DER SPIEGEL 31/1994

New York ist brutal, vor allem im Sommer. Wenn die Hitze zwischen den Steinfassaden steht und auch in den oberen Etagen der Wolkenkratzer keine kühlende Brise weht, dann ist es wieder soweit: Das Katzensterben beginnt. »Hochhaus-Katzen-Syndrom« nennen die New Yorker Tierärzte jenes Phänomen, wenn in der Hochsommerhitze Tiere aus dem Fenster fallen. 150 bis 200 Überlebende werden pro Sommer allein ins Animal Medical Center in Manhattan gebracht, 10 pro Woche ins Bergh Memorial Animal Hospital. Die Ursachen für den Sprung in die Tiefe sind noch ungeklärt, auch wenn die Besitzer unter anderem vorbeifliegende Vögel verantwortlich machen. Über den Zusammenhang zwischen Fallhöhe und Verletzungen gibt es aber Untersuchungen: Nach einer Fallstrecke von fünf Stockwerken erreicht die Katze ihre Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern - Kurzstreckenfaller (bis 9. Etage) erleiden eher Knochenbrüche und innere Verletzungen als Langstreckenfaller, weil diese Katzen sich noch in eine bessere Landeposition drehen können. Katzen, die 30 Stockwerke tief stürzen, holen sich manchmal nur eine blutige Nase. Der Rekordplumps gelang einer Katze aus dem Zentrum Manhattans: Nach einem 46-Etagen-Fall blieb sie fast unverletzt.

Zur Ausgabe
Artikel 43 / 115
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.