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FAMILIENPOLITIK Kindergeld für Arme

aus DER SPIEGEL 2/2003

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) denkt über ein Extra-Kindergeld für den Nachwuchs einkommensschwacher Mütter und Väter nach. Eltern, die einen Job haben, deren Einkünfte aber dennoch nicht für die Versorgung der Familie reichen, könnte so der Gang zum Sozialamt erspart werden. »Ich möchte für die Kinder der arbeitenden Armen eine Grundsicherung einführen«, so Schmidt. Dadurch bräuchten Bedürftige nicht mehr für jede Anschaffung zur Behörde zu laufen. Nach Schmidts Planung soll das »Kindergeld 2« in etwa so hoch ausfallen wie die Sozialhilfe plus einer Pauschale für Ausgaben wie Kinderwagen oder Bekleidung. Die Ministerin orientiert sich an einem Modell des Paritätischen Wohlfahrtsverbands: Der Fürsorgeverein hatte beklagt, dass knapp eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland auf Sozialhilfe angewiesen sind, und deshalb darauf gedrängt, die Kindergrundsicherung in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. Noch sperrt sich die SPD; die Grünen plädieren seit langem für die neue Familienförderung.

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